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Der Shih Tzu – der Name bedeitet auf Chinesisch „Löwenhund" – ist einer der ältesten Hunderassen der Welt und hat eine Geschichte, die tief in den königlichen Palästen Chinas verwurzelt ist. Mit seinem üppigen, seidigen Fell, seinen warmen Augen und seinem selbstbewussten, aber liebevollen Charakter hat der Shih Tzu über Jahrhunderte hinweg Herzen erobert. Einst als Begleiter der chinesischen Kaiser geschätzt, zählt er heute zu den beliebtesten Begleithunden weltweit – und das aus gutem Grund.
In diesem umfassenden Rasseguide erfährst du alles, was du über den Shih Tzu wissen musst: Von seiner faszinierenden Geschichte über seinen Charakter und seine Bedürfnisse bis hin zur richtigen Ernährung, Pflege und Gesundheitsvorsorge. Egal, ob du dir einen Shih Tzu vorstellst oder bereits einen besitzt – hier findest du fundierte, praxisnahe Informationen, die dir helfen werden.
1. Herkunft & Geschichte des Shih Tzu
Ursprung in China und Tibet
Die Geschichte des Shih Tzu reicht weit zurück – über 1.000 Jahre. Die Rasse hat ihre Wurzeln im alten China und Tibet. Der Name „Shih Tzu" kommt aus dem Chinesischen und bedeutet wörtlich „Löwenhund" (shīzi gǒu, 狮子狗). Diese Bezeichnung hat einen tieferen Hintergrund: Im tibetischen und chinesischen Buddhismus gilt der Löwe als Symbol des Schutzes und der Kraft. Der Shih Tzu sollte als Miniatur-Löwe dieser Symbolik Ausdruck verleihen – ein Hund mit dem Mut und der Würde eines Löwen, aber in einer kompakten, liebevollen Form.
Genetische und historische Forschung legt nahe, dass der Shih Tzu von einer Kreuzung zwischen tibetischen Hunderassen herrühren könnte, möglicherweise zwischen dem Lhasa Apso – ebenfalls ein bedeutender tibetischer Begleithund – und kleinen chinesischen Rassen wie dem Pekinginese. Die genaue Abstammung ist bis heute Gegenstand von Diskussionen, aber die meisten Experten stimmen darin überein, dass die Rasse ihre definitive Entwicklung am chinesischen Kaiserhof erfuhr.
Der Shih Tzu am Kaiserhof
Es ist dokumentiert, dass Shih Tzus (oder ihre direkten Vorfahren) ab der Dynastie Tang (618–907 n. Chr.) am chinesischen Kaiserhof lebten. Allerdings wurde die Rasse, wie wir sie heute kennen, vor allem während der Dynastie Qing (1644–1911) weiterentwickelt und verfeinert. Insbesondere unter der Kaisermutter Cixi (auch Ci Xi genannt), die von 1861 bis 1908 enorme politische Macht ausübte, erlebte die Zucht ihre Glanzzeit.
Kaisermutter Cixi war eine leidenschaftliche Hundezüchterin und besaß zahlreiche Shih Tzus. Sie hatte strenge Regeln für die Zucht und die Haltung dieser Hunde. Die Shih Tzus waren ausschließlich dem kaiserlichen Hof vorbehalten – es war normalerweise streng verboten, diese Hunde zu verkaufen oder vom Hof wegzubringen. Als Zeichen der Ehre konnten ausgewählte ausländische Diplomaten oder Gelehrte als Geschenk einen Shih Tzu erhalten, aber das war selten und ein besonderer Akt der Gunst.
In den kaiserlichen Gärten gab es sogar spezielle „Löwengarten-Wärter", die für die Aufzucht und Pflege der Shih Tzus zuständig waren. Die Hunde lebten in luxuriösen Verhältnissen, wurden von Bediensteten gepflegt, mit hochwertigem Futter versorgt und durften sich in eigens gestalteten Gärten aufhalten. Sie waren Symbole des königlichen Status und wurden oft von Malern in Porträts der Kaiserinnen abgebildet. In der chinesischen Kunst finden sich zahlreiche Darstellungen dieser kleinen, lange-behaarten Hunde, die als Begleiter des Adels dargestellt werden.
Ein interessanter Aspekt der kaiserlichen Zucht war die Bedeutung der Fellfarbe. Goldene und weiße Hunde galten besonders wertvoll und wurden bevorzugt gezüchtet. Man glaubte, dass goldene Hunde die Energie des Löwen verkörpern und Glück bringen. Die Züchter achteten auch auf die Gesichtsausdrücke – ein „freundliches Lächeln" und „drachenartige" Züge wurden geschätzt.
Aussterben in China und Rettung durch Europäer
Mit dem Ende der Qing-Dynastie 1911 und den Kriegen, die in China im frühen 20. Jahrhundert folgten – inklusive des Boxeraufstands (1899–1901), des Sturms auf die Botschaftsviertel und schließlich der Chinesischen Revolution –, kam es zu einem dramatischen Rückgang der Shih Tzu-Population in ihrer Heimat. Die kaiserliche Familie wurde entmachtet, viele der einst luxuriös gepflegten Hunde wurden getötet, verwaist oder starben durch Vernachlässigung.
Um 1930 war die Rasse in China beinahe ausgestorben. Die wenigen verbliebenen Hunde waren in den Händen von einfachen Menschen, die sie als Haustiere hielten, ohne den königlichen Standard zu kennen. Die ursprüngliche Zucht war praktisch ausgelöscht. Um die Rasse zu retten, wurden Hunde verschiedener Herkunft – möglicherweise auch Mischlinge mit Lhasa Apsos und Pekinginesen – zu einer neuen Zuchtlinie zusammengeführt.
Die Rettung der Rasse kam vor allem durch den britischen Diplomaten Sir Douglas und Lady Browett, die in den 1930er Jahren mehrere Shih Tzus aus China nach England brachten. Andere Quellen nennen Lord und Lady Brownrigg als die ersten, die die Rasse nach England importierten. Diese Hunde bildeten den Grundstock für die spätere Zucht in Europa und Nordamerika.
1934 wurde der „Shih Tzu Club" in England gegründet, und die Rasse begann sich langsam in der westlichen Welt zu verbreiten. In den 1940er und 1950er Jahren gewann der Shih Tzu zunehmend an Popularität, insbesondere bei der britischen Oberschicht.
Anerkennung und weltweite Verbreitung
Der englische Kennel Club (KC) erkannte den Shih Tzu als eigenständige Rasse 1940 an. Der American Kennel Club (AKC) folgte 1969. Die FCI (Fédération Cynologique Internationale) klassifiziert den Shih Tzu in Gruppe 9 (Gesellschafts- und Begleithunde), Sektion 5 (Tibetische Rassen), Standard Nr. 208.
Seit seiner Einführung in Europa und Nordamerika hat der Shih Tzu enorm an Popularität gewonnen. In den USA zählt er regelmäßig zu den Top 15 der meistgezüchteten Rassen. In Deutschland befindet er sich ebenfalls in den Top 20. Sein Charme, seine Anpassungsfähigkeit an das Leben in der Wohnung und sein unverwechselbares Aussehen machen ihn zu einem der begehrtesten Begleithunde – besonders bei Familien, Senioren und Menschen, die einen treuen, aber nicht allzu großen Hund suchen.
In den letzten Jahrzehnten hat sich auch der „Designer-Hund"-Trend (Kreuzungen mit anderen Rassen) verstärkt. Bekannte Mischungen sind der „Shih-Poo" (Shih Tzu × Pudel), der „Mal-Shi" (Shih Tzu × Malteser) und der „Havashu" (Shih Tzu × Havanese). Diese Mischlinge sind zwar nicht reinrassig, aber oft sehr beliebt, da sie die Eigenschaften beider Elternrassen vereinen.
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2. Aussehen & Rassestandard
Allgemeines Erscheinungsbild
Der Shih Tzu ist ein kleiner, kompakter Hund mit einem stolzen, aufrechten Auftreten. Trotz seiner geringen Körpergröße wirkt er keineswegs zierlich oder fragil – im Gegenteil: Der Shih Tzu hat eine robuste, gut proportionierte Statur und bewegt sich mit einer gewissen Eleganz und Selbstbewusstsein, die an seine königliche Herkunft erinnern.
Das markanteste Merkmal ist natürlich sein Fell: Lang, dicht, seidig und wunderschön. Es fällt bis zum Boden und bewegt sich beim Gehen fließend mit. Die Rasse kommt in einer Vielzahl von Farben und Mustern vor, was jeden Shih Tzu einzigartig macht.
Körpermaße & Gewicht
- Schulterhöhe: 20–28 cm (idealerweise 23–26 cm)
- Gewicht: 4,5–8,2 kg (idealerweise 4,5–7,5 kg)
- Körperform: Länglich-rechteckig, kompakt, gut muskulös
- Lebenserwartung: 12–16 Jahre (viele erreichen 14–16 Jahre)
Kopf & Gesicht
Der Kopf des Shih Tzu ist breit und rund, mit einem kurzen, quadratischen Maul. Die Nase ist relativ breit und sollte auf Augenhöhe liegen. Die Augen sind groß, rund, dunkel und ausdrucksstark – sie verleihen dem Shih Tzu seinen typischen warmen, freundlichen Ausdruck. Die Ohren sind groß und mit langem dekorativem Fell bedeckt, was ihnen ein buschiges Aussehen gibt.
Ein charakteristisches Merkmal ist der leichte Unterbiss (die unteren Schneidezähne stehen leicht vor den oberen), der beim Shih Tzu sogar erwünscht ist. Ein zu starker Unterbiss oder Kieferanomalien gelten jedoch als Fehler.
Fell & Farben
Das Fell des Shih Tzu ist zweilagig: Die Unterwolle ist weich und dicht, die Oberwolle lang, seidig und leicht wellig (nicht kraus). Das Fell sollte nicht zu weich oder zu grob sein. Es wächst ständig – ähnlich wie menschliches Haar – und verliert daher im Gegensatz zu vielen anderen Rassen kaum Haare. Dies macht den Shih Tzu zu einer der sogenannten „hypoallergenen" Rassen, obwohl keine Hunderasse wirklich allergiefrei ist.
Die FCI erlaubt alle Farben. Die häufigsten Farbvarianten sind:
- Weiß mit Gold/Apricot: Eine der klassischsten und häufigsten Kombinationen
- Gold/Apricot: Einheitlich gold bis tief apricot
- Schwarz und Weiß: Kontrastreiche Bicolor-Färbung
- Rot und Weiß: Warm und auffällig
- Silber und Weiß: Elegant und selten
- Braun (Leber) und Weiß: Warm und weich
- Tricolor: Schwarz, Weiß und Gold/Rot
- Gold mit schwarzer Maske: Besonders ausdrucksstark
Ein weißer Stirnfleck („Blaze") und eine weiße Schwanzspitze gelten als besonders wünschenswert und sind bei vielen Champions zu finden.
Schwanz
Der Schwanz des Shih Tzu ist hoch angesetzt, buschig und wird über den Rücken gewölbt. Er ist mit langem, fliegendem Fell bedeckt und verleiht dem Hund ein besonders elegantes Erscheinungsbild.
3. Charakter & Wesen
Grundcharakter
Der Shih Tzu ist vor allem ein Begleithund – und das ist sein Element. Er ist fröhlich, aufmerksam, anhänglich und unglaublich menschenbezogen. Sein Temperament wird oft als „freundlich und offen" beschrieben, und das trifft es gut. Ein gut sozialiserter Shih Tzu ist selten aggressiv, meistens neugierig und immer bereit für ein Abenteuer – solange sein Mensch dabei ist.
Der AKC beschreibt den Charakter des Shih Tzu als „freundlich, lebhaft, aufmerksam, frech, loyal, vertrauensvoll, verspielt, zutraulich und freundlich gegenüber anderen Hunden und Kindern". Das ist eine lange Liste positiver Eigenschaften, und sie stimmt.
Verhältnis zu Menschen
Shih Tzus sind absolute Menschenhunde. Sie brauchen die Nähe zu ihren Menschen und fühlen sich am wohlsten, wenn sie in der Nähe ihrer Familie sind. Sie folgen ihren Besitzern von Raum zu Raum, sitzen gerne auf dem Schoß und genießen jede Form von Zuwendung. Diese starke Bindung macht sie zu wunderbaren Begleitern, kann aber auch bedeuten, dass sie Schwierigkeiten haben, alleine gelassen zu werden.
Shih Tzus sind in der Regel nicht Hunde, die man stundenlang allein lassen sollte. Trennungsangst kann ein Thema sein, wenn sie nicht früh daran gewöhnt werden, auch mal allein zu sein. Mit geduldiger Gewöhnung und positiver Verstärkung können sie jedoch lernen, auch einige Stunden ruhig zu Hause zu warten.
Verhältnis zu Kindern
Grundsätzlich versteht sich der Shih Tzu gut mit Kindern. Er ist geduldig, sanft und spielerisch. Allerdings gibt es ein paar wichtige Punkte zu beachten: Kinder sollten lernen, den Hund respektvoll zu behandeln – das heißt, nicht zu grob zu spielen, den Hund nicht zu tragen oder zu schubsen und seine Ruhezeiten zu respektieren. Da der Shih Tzu ein kleiner Hund ist, können allzu kleine Kinder ihn versehentlich verletzen.
Mit älteren Kindern, die lernen, sanft und respektvoll mit Tieren umzugehen, ist der Shih Tzu ein fantastischer Begleiter. Er ist ausreichend robust für gemeinsames Spiel, aber auch ruhig genug, um einfach nur zu kuscheln.
Verhältnis zu anderen Hunden und Tieren
Der Shih Tzu ist in der Regel sehr hundeverträglich. Er ist kein Einzelgänger und kommt gut mit anderen Hunden aus – ob gleichgroß oder größer. Er ist nicht dominant oder aggressiv gegenüber Artgenossen. Bei früher Sozialisation versteht er sich auch gut mit Katzen und anderen Haustieren.
Allerdings kann der Shih Tzu, wie viele kleine Rassen, manchmal etwas übermütig oder „eingebildet" sein – besonders gegenüber größeren Hunden. Er hat kein Bewusstsein für seine eigene Größe und kann versuchen, sich mit viel größeren Hunden zu messen. Das ist eher harmlos, aber als Besitzer solltest du aufpassen, dass er nicht in eine unangenehme Situation gerät. Große Hunde könnten ihn versehentlich verletzen, wenn sie zu ruppig spielen. Eine Überwachung bei Begegnungen mit viel größeren Hunden ist ratsam.
Bezug zu Kleintieren (Kaninchen, Hamster etc.) kann unterschiedlich ausfallen. Einige Shih Tzus ignorieren sie ruhig, andere könnten aufgrund des Jagdinstinkts interessiert sein. Hier ist Vorsicht geboten: Der Shih Tzu ist zwar kein typischer Jager, aber der Jagdtrieb ist bei allen Hunden in unterschiedlichem Maß vorhanden. Eine sorgfältige Einweisung ist hier wichtig.
Wachsamkeit & Verhalten gegenüber Fremden
Der Shih Tzu ist wachsam und meldet Fremde – er wird also bellen, wenn jemand an der Tür klingelt. Allerdings ist er kein typischer Wachhund. Er ist Fremden gegenüber meistens eher neugurig als abweisend. Er wird nach einem ersten Bellen und einer „Begrüßung" seinen Besucher oft freundlich akzeptieren. Diese Eigenschaft macht ihn zu einem guten „Klingel-Hund", aber nicht zu einem zuverlässigen Schutz- oder Wachhund. Wenn du einen Hund suchst, der dich vor Eindringlingen schützt, ist der Shih Tzu nicht die richtige Wahl.
Interessant ist, dass Shih Tzus manchmal unterschiedliche „Favoriten" in der Familie haben. Oft bindet sich ein Shih Tzu besonders stark an eine Person, bleibt aber auch anderen Familienmitgliedern treu und zärtlich. Diese „Ein-Personen-Tendenz" ist bei manchen Individuen stärker ausgeprägt als bei anderen.
Aktivitätslevel
Der Shih Tzu ist ein moderat aktiver Hund. Er braucht tägliche Bewegung, aber er ist kein Hochleistungshund. Zwei Spaziergänge von 20–30 Minuten pro Tag, kombiniert mit etwas Spielzeit in der Wohnung oder im Garten, reichen völlig aus. Er genießt Spaziergänge, ist aber auch zufrieden, wenn er an einem regnerischen Tag drinnen spielt oder einfach auf dem Sofa kuschelt.
Diese Eigenschaft macht ihn besonders attraktiv für ältere Menschen, Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Familien, die nicht die Möglichkeit haben, stundenlang draußen zu sein. Der Shih Tzu passt seinem Besitzer an – ob aktiv oder gemütlich. Er ist ein „Couch-Potato mit Aktivitätsbereitschaft", der immer bereit ist für ein Abenteuer, aber auch das gemütliche Leben zu schätzen weiß.
Wichtig zu beachten: Shih Tzus können sich langweilen! Obwohl sie nicht übermäßig aktiv brauchen, brauchen sie geistige Stimulation. Langeweile kann zu unerwünschtem Verhalten führen wie übermäßiges Bellen, Zerstörungswut oder Zurückgezogenheit. Biete deinem Shih Tzu regelmäßig neue Erfahrungen, Spielzeug und Aufmerksamkeit.
Stimme & Lautstärke
Der Shih Tzu ist im Allgemeinen kein übermäßig lauter Hund. Er bellt, wenn jemand an der Tür ist, wenn er aufgeregt ist oder wenn er Aufmerksamkeit möchte. Viel Shih Tzu-Besitzer beschreiben ihren Hund als „kommunikativ", ohne dass er störend laut wäre. Allerdings: Manche Shih Tzus die Tendenz zu übermäßigem Bellen, besonders wenn sie nicht früh an Stille gewöhnt wurden. Hier hilft konsequentes Training: Belohne ruhige Phasen und ignoriere Bellen, das nur Aufmerksamkeit erzeugen soll.
Typische Shih Tzu-Geräusche sind das freudevolle „Wuffen" bei Begrüßungen, das Schnauben bei Anstrengung (typisch für brachycephale Rassen) und das leise „Wimmern" bei Nähe.
Intelligenz & Lernfähigkeit
Der Shih Tzu nimmt in der bekannten Intelligenzrangliste von Stanley Coren Platz 70 von 79 ein – das klingt nach einem schlechten Ergebnis, ist aber irreführend. Corens Rangliste misst vor allem die Fähigkeit, Befehle auf den ersten Befehl auszuführen (sog. „Working Intelligence"). Shih Tzus sind durchaus intelligent, aber sie sind auch unabhängig und stur. Sie lernen schnell, entscheiden aber auch schnell, wann sie gehorchen wollen und wann nicht.
In der Praxis bedeutet das: Dein Shih Tzu versteht perfekt, was du von ihm willst – er entsch sich vielleicht einfach, es nicht zu tun. Das hat weniger mit Dummheit zu tun, sondern mit seinem stolzen, unabhängigen Charakter. Mit positiver Verstärkung, Geduld und konsistentem Training lassen sich hervorragende Ergebnisse erzielen. Der Shih Tzu ist auch für Tricks und Agility (angepasst für kleine Rassen) geeignet.
4. Haltung & Pflege
Shih Tzu in der Wohnung
Der Shih Tzu ist einer der besten Hunde für die Wohnungshaltung. Seine geringe Größe, sein moderates Aktivitätslevel und seine Anpassungsfähigkeit machen ihn zum idealen Stadtbewohner. Er braucht keinen Garten – ein täglicher Spaziergang reicht völlig aus.
In der Wohnung sollte der Shih Tzu einen ruhigen Platz zum Schlafen haben, idealerweise ein eigener Körbchen oder Hundematte in einer ruhigen Ecke. Er braucht frisches Wasser, Spielzeug und natürlich deine Aufmerksamkeit. Da er sehr menschenbezogen ist, sollte sein Platz in der Nähe der Familie sein – nicht im Keller oder in einem abgelegenen Zimmer.
Shih Tzu im Haus mit Garten
Wenn du einen Garten hast, wird dein Shih Tzu ihn genießen – aber Achtung: Er ist kein typischer Gartenhund. Er wird nicht stundenlang allein im Garten bleiben wollen. Er will bei dir sein. Außerdem sollte der Garten sicher eingezäunt sein, da der Shih Tzu klein genug ist, um durch Lücken zu schlüpfen, und neugierig genug, um sie zu erkunden.
Im Garten sollte darauf geachtet werden, dass es keine giftigen Pflanzen gibt (z.B. Eibe, Oleander, Tulpenzwiebeln) und dass der Hund im Sommer Schatten und Wasser hat. Shih Tzus sind hitzeempfindlich aufgrund ihres kurzen Gaumens (sie brachycephal sind) und können schnell einen Hitzschlag erleiden.
Bewegung & Beschäftigung
Wie bereits erwähnt, braucht der Shih Tzu moderate Bewegung. Zwei Spaziergänge pro Tag sind ideal. Er genießt es, neue Gerüche zu schnüffeln, andere Hunde zu begrüßen und die Umgebung zu erkunden. Er ist kein Hund, der stundenlang rennen oder apportieren muss – aber er freut sich über Abwechslung.
Neben Spaziergängen braucht der Shih Tzu auch geistige Beschäftigung. Intelligenzspielzeug, Leckerlis-Rätsel und kurze Trainingseinheiten halten ihn geistig fit. Er ist ein intelligenter Hund, der gerne lernt – vorausgesetzt, das Training ist positiv und motivierend.
Sozialisation & Hundeschule
Frühe Sozialisation ist wichtig für jeden Hund, auch für den Shih Tzu. In den ersten 16 Wochen sollte der Welpe möglichst viele positive Erfahrungen mit verschiedenen Menschen, Hunden, Geräuschen und Umgebungen machen. Das legt die Grundlage für einen selbstbewussten, ausgewogenen Hund.
Die Hundeschule ist auch für kleine Rassen wie den Shih Tzu empfehlenswert. Dort lernt der Hund Grundkommandos (Sitz, Platz, Komm, Aus), Umgang mit anderen Hunden und Impulssteuerung. Viele Hundeschulen bieten spezielle „Kleinkurse" für Kleinrassen an, was eine gute Ergänzung sein kann.
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5. Fellpflege im Detail
Warum die Fellpflege so wichtig ist
Die Fellpflege ist beim Shih Tzu ein zentrales Thema – und das aus gutem Grund. Sein langes, seidiges Fell verliert im Gegensatz zu kurzhaarigen Rassen kaum Haare, was als Vorteil gilt (weniger Haare in der Wohnung), aber den Nachteil hat, dass das Fell schnell verfilzt und verknoten kann. Ohne regelmäßige Pflege bilden sich schnell zähe Filzknötchen, die nur noch mit der Schere entfernt werden können.
Regelmäßige Fellpflege ist nicht nur eine Frage der Ästhetik, sondern auch der Gesundheit. Verfilztes Fell kann Hautirritationen, Pilzinfektionen und Parasitenbefall begünstigen. Es kann den Hund beim Bewegen einschränken und ist schmerzhaft, wenn es entfernt wird. Außerdem kann verfilztes Fell Feuchtigkeit gegen die Haut halten, was zu Ekzemen führt.
Tägliche Fellpflege
Idealerweise sollte das Fell des Shih Tzu täglich gebürstet werden. Das dauert je nach Fellbeschaffenheit 10–20 Minuten. Du brauchst dafür:
- Stahlbürste (Pin Brush): Für die tägliche Pflege und das Entfernen von losem Fell
- Kamm (Metal Comb): Für die Feinarbeit, besonders im Gesicht, an den Ohren und am Bauch
- Zahnbürste oder spezielle Augenbürste: Für die Reinigung um die Augen herum
- Fellpflege-Spray oder Conditioner: Erleichtert das Bürsten und verhindert Haarbruch
Beginne am Rücken und arbeite dich seitlich und nach unten vor. Sei besonders vorsichtig an empfindlichen Stellen wie den Achseln, hinter den Ohren und am Bauch – dort bilden sich am häufigsten Verfilzungen. Bürste in Fellrichtung und achte darauf, bis zur Haut zu bürsten, nicht nur die obere Schicht.
Trimmen & Clipping
Viele Shih Tzu-Besitzer entscheiden sich für einen sogenannten „Puppy Cut" oder „Sommer-Cut" – eine kurze Frisur, die das Fell auf 3–5 cm kürzt. Das erleichtert die Pflege erheblich und ist besonders im Sommer angenehm für den Hund. Ein professioneller Hundefriseur (Groomer) kann das alle 6–8 Wochen übernehmen.
Wenn du den klassischen langen Look beibehalten möchtest, ist tägliche Pflege unerlässlich. In jedem Fall sollten regelmäßig die Bereiche um die Augen, das Gesicht, die Pfoten und der Afterbereich geschnitten oder gehalten werden, um Hygiene und Komfort zu gewährleisten.
Augenpflege
Die großen, rundlichen Augen des Shih Tzu sind wunderschön, aber auch anfällig für Probleme. Das lange Fell am Gesicht kann die Augen reizen, und die Augen selbst neigen zu Tränen und Verkrustungen. Täglich sollte der Bereich um die Augen mit einem weichen, feuchten Tuch oder einer speziellen Augenpflegetüte gereinigt werden.
Wenn die Augen ständig tränen oder sich braune Verkrustungen bilden, solltest du den Tierarzt aufsuchen. Das kann auf eine Verengung der Tränenkanäle, Allergien oder andere Probleme hinweisen.
Ohrenpflege
Die Ohren des Shih Tzu sind mit langem Fell bedeckt und können schlecht belüftet sein. Das erhöht das Risiko für Ohrenentzündungen. Wöchentlich sollten die Ohren überprüft und bei Bedarf mit einem speziellen Ohrenpflegespray gereinigt werden. Achte auf Rötungen, unangenehmen Geruch oder übermäßigen Ausfluss – das können Anzeichen einer Infektion sein.
Zahnpflege
Shih Tzus sind anfällig für Zahnprobleme, da ihr kurzer Kiefer die Zähne oft eng stehen lässt. Tägliche Zahnpflege mit einer Hundezahnbürste und -pasta ist ideal. Zumindest 3–4 Mal pro Woche sollte gebürstet werden. Zahnspiele, Kauknochen und spezielle Zahnpflege-Leckerli können als Ergänzung helfen.
Regelmäßige zahnärztliche Kontrollen beim Tierarzt sind empfehlenswert. Zahnstein und Parodontose sind bei Shih Tzus häufig und können zu schmerzhaften Entzündungen und Zahnverlust führen.
Krallenpflege
Die Krallen sollten alle 2–3 Wochen gekürzt werden, wenn sie nicht von allein abnutzen. Zu lange Krallen können den Gehstil beeinflussen, sich in Gegenstände verfangen oder sogar in die Pfotenpolster einschneiden. Wenn du das Krallenknirschen auf dem Boden hörst, sind die Krallen zu lang.
6. Ernährung
Grundlagen der Shih Tzu-Ernährung
Der Shih Tzu ist ein kleiner Hund mit einem entsprechend kleinen Magen. Das bedeutet, dass er kleinere, aber häufigere Mahlzeiten braucht. Zwei bis drei Mahlzeiten pro Tag sind ideal. Die Gesamtmenge richtet sich nach dem Gewicht, dem Alter und dem Aktivitätslevel des Hundes. Als Richtwert gelten etwa 40–50 g pro kg Körpergewicht pro Tag bei Trockenfutter – aber das ist nur eine grobe Orientierung.
Wichtig ist, dass das Futter speziell für kleine Rassen formuliert ist. Die Futterstückchen sollten klein genug sein, damit der Shih Tzu sie gut kauen kann. Die Zusammensetzung sollte hochwertig sein: Viel Fleisch, wenig Getreide, keine künstlichen Zusätze.
Trockenfutter vs. Nassfutter
Beide Futterarten haben ihre Vor- und Nachteile:
Trockenfutter ist praktisch, länger haltbar und unterstützt die Zahnpflege durch den Kauvorgang. Allerdings hat es einen niedrigeren Wassergehalt (ca. 8–10 %), was bedeutet, dass dein Shih Tzu immer Zugang zu frischem Wasser haben muss.
Nassfutter hat einen hohen Wassergehalt (ca. 70–80 %), was die Flüssigkeitszufuhr unterstützt. Es ist oft schmackhafter und wird von vielen Hunden bevorzugt. Der Nachteil: Es ist teurer, muss nach dem Öffnen gekühlt werden und kann die Zahnpflege weniger unterstützen.
Viele Besitzer kombinieren beide Futterarten – das sogenannte „Mixed Feeding". Das kann eine gute Lösung sein, um die Vorteile beider Welten zu nutzen.
BARF für den Shih Tzu
BARF (Biologically Appropriate Raw Food) – also die rohe, artgerechte Ernährung – ist auch für Shih Tzus möglich, erfordert aber besondere Sorgfalt. Da der Shih Tzu ein kleiner Hund ist, müssen die Portionen genau abgewogen und die Nährstoffzusammensetzung sorgfältig geplant werden. Eine unausgewogene BARF-Diät kann bei kleinen Rassen schnell zu Mangelerscheinungen führen.
Wenn du dich für BARF entscheidest, solltest du dich vorher intensiv informieren und idealerweise einen tierärztlichen Ernährungsberater hinzuziehen. Rohes Schweinefleisch sollte vermieden werden (Aujeszky-Virus), und auf Hygiene bei der Zubereitung ist großes Augenmerk zu legen. Die typische BARF-Zusammensetzung für einen Shih Tzu umfasst:
- 60–70 % rohes Fleisch und Organe (Pute, Hähnchen, Rind, Pferd)
- 10–15 % rohes, fleischiges Knochen (z.B. Hühnernacken, Putenflügel)
- 10–15 % Gemüse und Obst (Karotten, Zucchini, Kürbis, Blaubeeren)
- 5–10 % Ergänzungen (Leber, Fischöl, Eier, Hefe)
Auch bei BARF sollten giftige Lebensmittel (siehe unten) vermieden werden, und die Umstellung sollte langsam erfolgen, um Magen-Darm-Probleme zu vermeiden.
Welpen-Ernährung
Shih Tzu-Welpen haben in den ersten Lebensmonaten besondere Ernährungsbedürfnisse. Sie brauchen ein hochwertiges Welpenfutter, das reich an Proteinen und Kalzium ist, um das Wachstum zu unterstützen. Bis zum 6. Lebensmonat sollten sie 3–4 Mahlzeiten pro Tag erhalten, danach kann auf 2–3 Mahlzeiten umgestellt werden.
Die Umstellung von Welpen- auf Erwachsenenfutter sollte langsam erfolgen – idealerweise über 7–10 Tage, mit zunehmendem Anteil des neuen Futters. Ein plötzlicher Futterwechsel kann Verdauungsprobleme (Durchfall, Erbrechen) auslösen.
Bei der Auswahl des Welpenfutters auf eine Marke achten, die speziell für kleine Rassen formuliert wurde. Die Futterstückchen sollten klein genug sein, damit der Welpe sie gut kauen kann. Achte auf eine hohe Fleischanteil (mindestens 30 %) und vermeide Futter mit künstlichen Aromen, Farbstoffen oder Konservierungsstoffen.
Senior-Ernährung
Ab einem Alter von etwa 7–8 Jahren sollte das Futter auf eine Senior-Formulierung umgestellt werden. Senior-Futter enthält typischerweise:
- Weniger Kalorien (ältere Hunde bewegen sich weniger und haben einen langsameren Stoffwechsel)
- Mehr hochwertige Proteine (um den Muskelabbau zu verlangsamen)
- Gelenkunterstützende Nahrungsergänzungen (Glucosamin, Chondroitin)
- Fördernde Ballaststoffe (für eine gesunde Verdauung)
- Antioxidantien (zur Unterstützung des Immunsystems)
Wenn dein älterer Shih Tzu Gewicht verliert oder weniger frisst, solltest du den Tierarzt aufsuchen – das können Anzeichen einer Erkrankung sein.
Lebensmittel, die Shih Tzus nicht dürfen
Bestimmte Lebensmittel sind für Hunde giftig und sollten unter allen Umständen vermieden werden:
- Schokolade: Enthält Theobromin, das für Hunde giftig ist
- Trauben und Rosinen: Können zu Nierenversagen führen
- Zwiebeln und Knoblauch: Schädigen die roten Blutkörperchen
- Xylitol (Zuckerersatz): Kann zu schwerem Leberversagen führen
- Avocado: Enthält Persin, das für Hunde giftig ist
- Macadamia-Nüsse: Können zu Lähmungen und Erbrechen führen
- Alkohol: Schon kleine Mengen sind gefährlich
- Kaffee und Tee: Coffein ist für Hunde giftig
- Knochen (gekocht): Können splittern und innere Verletzungen verursachen
Gewichtskontrolle
Shih Tzus neigen zu Übergewicht, besonders wenn sie wenig Bewegung bekommen und zu viel Futter oder zu viele Leckerlis erhalten. Übergewicht kann die ohnehin bestehenden gesundheitlichen Probleme (Atmung, Gelenke, Herz) verschlimmern.
Regelmäßig das Gewicht kontrollieren und die Futtermenge anpassen. Ein gesunder Shih Tzu sollte eine sichtbare Taille haben (von oben gesehen) und die Rippen sollten tastbar sein (aber nicht sichtbar). Wenn du unsicher bist, frage deinen Tierarzt.
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7. Gesundheit & typische Probleme
Lebenserwartung
Der Shih Tzu ist eine überraschend langlebige Rasse. Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 12–16 Jahren, wobei viele Shih Tzus mit guter Pflege und Ernährung 14–16 Jahre alt werden. Es gibt dokumentierte Fälle von Shih Tzus, die 18 Jahre und älter wurden. Das macht ihn zu einer der langlebigsten Rassen – besonders für seine Größe.
Brachycephales Syndrom
Als kurzköpfige Rasse (brachycephal) ist der Shih Tzu von einem besonderen Gesundheitsproblem betroffen: dem brachycephalen Syndrom. Dieses Syndrom umfasst eine Reihe von anatomischen Besonderheiten, die durch die kurze Schnauze verursacht werden. Es ist wichtig, dieses Thema im Detail zu verstehen, da es direkt die Lebensqualität deines Hundes beeinflusst.
Die brachycephale Anatomie führt zu mehreren Verengungen im Atemtrakt. Betroffen sind:
- Verengte Nasenlöcher (Stenose der Nares): Die Nasenöffnungen sind enger als bei langköpfigen Rassen. Betroffene Hunde haben Schwierigkeiten, genug Luft durch die Nase zu bekommen, besonders bei Anstrengung. Die chirurgische Erweiterung (Rhinoplastie) kann in schweren Fällen helfen.
- Verlängerter weicher Gaumen (Elongatum velum palatinum): Der weiche Gaumen reicht weiter hinten als normal und kann die Luftröhre teilweise blockieren. Dies ist die häufigste Ursache für die typischen Atemgeräusche. Die chirurgische Verkürzung (Staphylectomie) ist eine effektive Behandlung.
- Evertierte Kehlkopftaschen (Laryngeal Saccules): Durch die chronische Inspirationsanstrengung können die Schleimhauttaschen im Kehlkopf nach außen gestülpt werden und die Atemwege weiter verengen.
- Tracheal Hypoplasia: Die Luftröhre hat einen geringeren Durchmesser als normal. Dieses Problem ist nicht chirurgisch korrigierbar und erfordert besondere Vorsicht bei Narkosen.
Symptome des brachycephalen Syndroms sind Schnauben, Schnarchen, Atemgeräusche (Stridor), Intoleranz gegenüber Hitze und Anstrengung, regelmäßiges Erbrechen oder Würgversuche, und in schweren Fällen Zyanose (blaue Verfärbung der Schleimhäute) und Bewusstlosigkeit. Ein gesunder Shih Tzu wird bei normaler Aktivität und moderater Temperatur keine starken Atembeschwerden haben. Wenn du jedoch folgende Anzeichen bemerkst, solltest du umgehend tierärztliche Hilfe suchen:
- Atemfrequenz über 30 Atemzüge pro Minute in Ruhe
- Starke Atembeschwerden nach leichter Anstrengung
- Bläuliche Verfärbung der Zunge oder Schleimhäute
- Kollaps oder Bewusstlosigkeit bei Hitze oder Anstrengung
- Anhaltendes Erbrechen oder Würgversuche
Die Behandlung des brachycephalen Syndroms umfasst Gewichtskontrolle (Übergewicht verschlimmt die Symptome erheblich), Vermeidung von Hitze und übermäßiger Anstrengung, und in schweren Fällen chirurgische Korrektur. Die Prognose ist bei leichten bis mittelschweren Fällen gut – die meisten Shih Tzus können ein normales, glückliches Leben führen, solange ihre Besitzer die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen treffen.
Augenprobleme im Detail
Die großen, hervorstehenden Augen des Shih Tzu sind wunderschön, aber auch anfällig für eine Reihe von Problemen. Die flache Gesichtsstruktur bedeutet, dass die Augen weniger geschützt sind als bei langköpfigen Rassen. Hier eine detaillierte Übersicht:
Tränenfärbung (Epiphora): Das häufigste „Problem" – und meist nur ein kosmetisches. Der übermäßige Tränenfluss führt zu braunen Verfärbungen im Fell unter den Ursachen können Verengungen der Tränenkanäle, Allergien, Reizungen durch umfallendes Fell oder Entzündungen sein. Die regelmäßige Reinigung mit einem weichen Tuch und speziellen Augenpflegetüten hilft. Wenn die Tränenfärbung plötzlich zunimmt oder von Rötung und Schwellung begleitet wird, solltest du den Tierarzt aufsuchen.
Katarakt: Trübung der Linse, die zu Sehverschlechterung und in fortgeschrittenen Stadien zu Blindheit führen kann. Katarakten können erblich bedingt sein oder im Alter auftreten. Die chirurgische Entfernung der getrübten Linse (Phakoemulsifikation) ist eine effektive Behandlung, die das Sehvermögen wiederherstellen kann. Früherkennung durch regelmäßige Augenuntersuchungen ist wichtig.
Progressive Atrophie der Netzhaut (PRA): Eine erbliche Erkrankung, bei der die Netzhautzellen absterben. Sie beginnt typischerweise mit Nachtblindheit und schreitet zu vollständiger Blindheit fort. Es gibt einen genetischen Test für PRA beim Shih Tzu, den seriöse Züchter nutzen sollten. Betroffene Hunde sollten nicht vermehrt werden. Obwohl es keine Heilung gibt, können blinde Hunde mit guter Pflege ein erfülltes Leben führen.
Trockenes Auge (Keratokonjunktivitis sicca, KCS): Unzureichende Tränenproduktion führt zu trockener, gereizter Hornhaut. Symptome sind zähflüssiger Ausfluss, Rötung, häufiges Blinzeln und in schweren Fällen Hornhautgeschwüre. Die Behandlung umfasst lebenslange Anwendung von Träenersatzmitteln und entzündungshemmenden Augentropfen. In manchen Fällen kann eine chirurgische Behandlung (Parotid-Duct-Transposition) helfen.
Proptosis (Herausfallen des Augapfels): Ein lebensbedrohlicher Notfall, der bei brachycephalen Rassen aufgrund der flachen Augenhöhle häufiger auftritt als bei anderen Rassen. Ein starker Schlag oder Druck auf den Kopf kann dazu führen, dass der Augapfels aus der Höhle fällt. Sofort zum Tierarzt! Jede Minute zählt – ohne schnelle Behandlung kann es zur Erblindung des Auges kommen.
Distichiasis: Zusätzliche Wimpern, die aus den Meibom-Drüsen wachsen und die Hornhaut reizen. Symptome sind übermäßiges Tränen, Blinzeln und Rötung. Die Behandlung umfasst das Entfernen der fehlerhaften Wimpern durch Elektrolyse oder Kryotherapie.
Entzündungen der Hornhaut (Keratitis): Durch die hervorstehenden Augen ist die Hornhaut bei Shih Tzus anfälliger für Verletzungen und Entzündungen. Trockenes Auge, Fremdkörper und Reizungen durch Fell können Keratitis verursachen. Symptome sind Rötung, Tränen, Lichtempfindlichkeit und häufiges Blinzeln.
Gelenkprobleme
Obwohl der Shih Tzu ein kleiner Hund ist, kann er von verschiedenen Gelenkproblemen betroffen sein:
Patellaluxation (luxierende Kniescheibe): Dies ist das häufigste Gelenkproblem bei kleinen Rassen. Die Kniescheibe (Patella) springt aus ihrer normalen Führung in der Kniescheibengrube des Oberschenkelknochens. Es gibt vier Schweregrade:
- Grad 1: Die Patella kann manuell luxiert werden, springt aber von selbst zurück. Oft ohne Symptome.
- Grad 2: Die Patella luxiert spontan oder durch Manipulation und bleibt luxiert, bis sie manuell oder durch Streckung des Knies zurückgebracht wird. Gelegentliches Hinken.
- Grad 3: Die Patella ist dauerhaft luxiert und kann nur vorübergehend zurückgebracht werden. Regelmäßiges Hinken und Schmerzen.
- Grad 4: Die Patella ist dauerhaft luxiert und kann nicht zurückgebracht werden. Chronische Schmerzen und Lahmheit.
Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad. Grade 1 und 2 können oft konservativ behandelt werden (Gewichtskontrolle, Physiotherapie, Schmerzmedikation). Grade 3 und 4 erfordern in der Regel eine chirurgische Korrektur.
Hüftdysplasie: Weniger häufig als bei größeren Rassen, aber dennoch möglich. Eine Fehlbildung der Hüfte, die zu Instabilität, Schmerzen und später Arthrose führen kann. Die Diagnose wird durch Röntgenaufnahmen gestellt. Die Behandlung umfasst Gewichtskontrolle, moderate Bewegung, Physiotherapie und in schweren Fällen chirurgische Eingriffe.
Bandscheibenvorfälle: Durch die längliche Körperform (langer Rücken, kurze Beine) können Bandscheibenprobleme auftreten, insbesondere im Lendenwirbelbereich. Symptome sind Schmerzen, Steifheit, Hinken und in schweren Fällen Lähmungen. Die Behandlung richtet sich nach dem Schweregrad – von Ruhe und Schmerzmedikation bis hin zu chirurgischen Eingriffen.
Hautprobleme
Shih Tzus können zu Hautproblemen neigen, insbesondere aufgrund ihres dichten, langen Felles und ihrer Neigung zu Allergien:
Atopische Dermatitis (Umweltallergien): Eine der häufigsten Hauterkrankungen bei Hunden. Der Shih Tzu reagiert auf Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben, Schimmelsporen oder Gräser. Symptome sind Juckreiz (besonders an Pfoten, Gesicht, Ohren, Bauch und Achseln), Rötungen, Haarausfall und wiederkehrende Hautinfektionen. Die Diagnose wird durch Ausschluss anderer Erkrankungen und gegebenenfalls durch Allergietests (Hauttest oder Bluttest) gestellt. Die Behandlung umfasst Allergenvermeidung (wenn möglich), Immuntherapie (Hyposensibilisierung), Medikamente zur Juckreizkontrolle (Apoquel, Cytopoint, Kortison) und Pflege der Hautbarriere mit medizinischen Shampoos.
Nahrungsmittelallergien: Bestimmte Proteine oder Zusatzstoffe im Futter können allergische Reaktionen auslösen. Symptome sind ähnlich wie bei atopischer Dermatitis, oft zusätzlich mit Verdauungsproblemen (Erbrechen, Durchfall). Die Diagnose wird durch eine Eliminationsdiät (8–12 Wochen mit einem neuen Protein) gestellt. Die Behandlung besteht in der Vermeidung des auslösenden Allergens.
Kontaktdermatitis: Reaktion auf bestimmte Materialien (z.B. Plastikfutternäpfe, Reinigungsmittel, bestimmte Textilien). Symptome sind Rötungen und Juckreiz an den Kontaktstellen. Die Behandlung besteht in der Vermeidung des auslösenden Materials.
Pilzinfektionen (Dermatomykose): Besonders in warmen, feuchten Bereichen (Falten im Gesicht, Achseln, Leistengegend) können Pilzinfektionen auftreten. Symptome sind rötliche, schuppige Hautstellen mit Haarausfall. Die Behandlung umfasst antimykotische Shampoos und Cremes, in schweren Fällen systemische Antimykotika.
Hot Spots (akute feuchte Dermatitis): Lokale Hautentzündungen, die durch übermäßiges Lecken, Kratzen oder Beißen entstehen. Sie breiten sich schnell aus und können schmerzhaft sein. Die Behandlung umfasst das Kürzen des Felles um die Stelle, Reinigung und Desinfektion, und gegebenenfalls Antibiotika oder kortisonhaltige Präparate.
Zahnprobleme
Wie bereits erwähnt, sind Shih Tzus sehr anfällig für Zahnprobleme. Der kurze Kiefer (Brachygnathie) führt zu eng stehenden Zähne, die schwer zu reinigen sind und bei denen sich leicht Zahnstein bildet. Die häufigsten Zahnprobleme sind:
- Parodontose: Entzimmung des Zahnhalteapparates, verursacht durch Bakterien im Zahnstein. Symptome sind Zahnfleischrötung, Mundgeruch, Zahnfleischschwund und im fortgeschrittenen Stadium Zahnverlust. Parodontose ist bei Shih Tzus extrem häufig – Studien zeigen, dass über 80 % der Hunde über 3 Jahre davon betroffen sind.
- Zahnstein: Mineralisierter Zahnbelag, der mechanisch entfernt werden muss. Regelmäßige Zahnpflege und professionelle Zahnreinigung sind wichtig.
- Zahnfehlstellungen: Aufgrund des kurzen Kiefers können Zähne fehlstehen oder in die falsche Richtung wachsen. Das kann zu Verletzungen der Mundschleimhaut und Schwierigkeiten beim Fressen führen.
- Milchzahnverhalt: Die Milchzähne werden nicht rechtzeitig abgestoßen und bleiben stehen, was zu Fehlstellungen der bleibenden Zähne führen kann. In solchen Fällen müssen die Milchzähne chirurgisch entfernt werden.
Regelmäßige Zahnpflege zu Hause (tägliches Bürsten mit Hundezahnpasta) und professionelle Zahnreinigung beim Tierarzt (alle 1–2 Jahre oder bei Bedarf) sind essenziell, um Zahnprobleme zu verhindern oder zu minimieren.
Nierenerkrankungen
Shih Tzus haben eine gewisse Veranlagung für Nierenerkrankungen. Die wichtigsten sind:
- Nierenhypoplasie: Eine angeborene Unterentwicklung der Nieren. Die Nieren sind kleiner als normal und haben eine reduzierte Funktion. Die Erkrankung ist erblich und kann schon in jungen Jahren (vor dem 3. Lebensjahr) auftreten. Symptome sind übermäßiges Trinken und Wasserlassen, Gewichtsverlust, Appetitlosigkeit und Erbrechen. Die Diagnose wird durch Blutuntersuchungen (erhöhte Kreatinin- und Harnstoffwerte), Ultraschall und gegebenenfalls Biopsie gestellt. Die Behandlung ist symptomatisch (Nierendiät, Flüssigkeitszufälle, Medikamente) und zielt darauf ab, das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.
- Chronische Nierenerkrankung (CKD): Häufig bei älteren Hunden. Die Nierenfunktion nimmt mit dem Alter ab. Früherkennung durch regelmäßige Blutuntersuchungen ist wichtig, da die Erkrankung in frühen Stadien oft symptomfrei ist. Die Behandlung umfasst Nierendiät, Flüssigkeitszufälle und Medikamente zur Unterstützung der Nierenfunktion.
Herzprobleme
Mit zunehmendem Alter können Herzprobleme auftreten. Die häufigste Herzerkrankung bei kleinen Rassen ist die Endokarditis (chronische Klappenerkrankung), insbesondere die Mitralklappeninsuffizienz. Die Mitralklappe zwischen linkem Vorhof und linkem Ventrikel verschließt nicht mehr vollständig, was zu einem Rückfluss von Blut führt. Symptome sind Husten (besonders nachts), Atembeschwerden, reduzierte Belastbarkeit und in fortgeschrittenen Stadien Flüssigkeitsansammlungen in der Bauchhöhle oder der Lunge.
Die Diagnose wird durch Abhören (Herzgeräusch), Röntgen, EKG und Echokardiographie gestellt. Die Behandlung umfasst Medikamente zur Verbesserung der Herzfunktion (Pimobendan, ACE-Hemmer), Diuretika (bei Flüssigkeitsansammlungen) und eine salzarme Diät.
Harnwegsprobleme
Shih Tzus können anfällig für Harnwegsinfekte und Blasensteine sein. Harnwegsinfekte treten häufiger bei Hündinnen auf, da ihr kürzerer Harnröhrenleiter Bakterien den Weg zur Blase erleichtert. Symptome sind häufiges Wasserlassen, Schmerzen beim Urinieren, Blut im Urin und Inkontinenz. Die Diagnose wird durch Urinuntersuchung und gegebenenfalls Kultur gestellt. Die Behandlung umfasst Antibiotika.
Blasensteine (Urolithiasis) können verschiedene Mineralien enthalten – Struvit, Kalziumoxalat, Cystin oder Urat. Die Behandlung richtet sich nach der Art der Steine: Struvit-Steine können oft durch eine spezielle Diät aufgelöst werden, andere müssen chirurgisch entfernt werden.
Empfohlene Gesundheitsuntersuchungen
Um die Gesundheit deines Shih Tzus optimal zu überwachen, empfehlen wir folgende Untersuchungsroutine:
- Welpen (bis 1 Jahr): Erstuntersuchung, Impfungen (8., 12., 16. Woche), Entwurmung, Ernährungsberatung, Zahnkontrolle
- Junghund (1–3 Jahre): Jährliche Routineuntersuchung, Auffrischsimpfungen, Zahnkontrolle, Augenuntersuchung
- Erwachsener Hund (3–7 Jahre): Jährliche Routineuntersuchung, Blutbild und Urinuntersuchung alle 2 Jahre, Zahnkontrolle, Augenuntersuchung
- Senior (ab 7 Jahren): Halbjährliche Routineuntersuchung, Blutbild und Urinuntersuchung jährlich, Echokardiographie, Ultraschall, Augenuntersuchung, Blutdruckmessung
8. Erziehung & Beschäftigung
Grundausbildung
Der Shih Tzu ist ein intelligenter Hund, der gerne lernt – aber er kann auch stur sein. Seine Erziehung erfordert Geduld, Konsequenz und positive Verstärkung. Bestrafung oder harte Methoden sind kontraproduktiv und können die Bindung zwischen dir und deinem Hund beschädigen. Der Shih Tzu reagiert am besten auf Lob, Leckerli und spielerische Trainingseinheiten.
Die wichtigsten Grundkommandos sind:
- Sitz: Die Basis für alle weiteren Übungen. Beginne in einer ruhigen Umgebung, führe den Hund sanft in die Sitz-Position und belohne sofort. Wiederhole mehrmals täglich für 2–3 Minuten.
- Platz: Für Ruhe und Kontrolle. Dieses Kommando ist besonders wichtig, um unerwünschtes Springen auf Besucher oder Möbel zu verhindern. Beginne mit kurzen Zeiten und steigere langsam.
- Komm (Rückruf): Lebenswichtig für die Sicherheit. Trainiere den Rückruf zuerst in der Wohnung, dann im Garten, dann in der freien Umgebung – immer mit einer Leine als Sicherheit. Belohne jeden erfolgreichen Rückruf großzügig.
- Aus (Nicht): Zum Verhindern unerwünschten Verhaltens. Besonders wichtig beim Spaziergang, wenn der Shih Tzu etwas Verdächtiges auf der Straße findet. Biete eine Alternative (Leckerli) an, wenn er das unerwünschte Verhalten abbricht.
- Bei Fuß: Für entspannte Spaziergänge. Das Ziehen an der Leine ist bei kleinen Hunden häufig, aber mit konsequentem Training lässt sich das korrigieren.
Shih Tzus lernen am besten mit Leckerli-Training, Lob und Spiel. Kurze Trainingseinheiten von 5–10 Minuten, mehrmals täglich, sind effektiver als lange, seltene Einheiten. Sei geduldig und feiere jeden kleinen Erfolg. Ein wichtiger Tipp: Schließe jede Trainingseinheit mit einem Erfolg ab – auch wenn es ein einfaches „Sitz" ist. So lernt der Hund, dass Training Spaß macht.
Leinenführigkeit trainieren
Leinenführigkeit ist eine der größten Herausforderungen bei Shih Tzus. Viele kleine Hunde sind an der Leine ungeduldig, ziehen oder wechseln ständig die Richtung. Beginne das Training schon beim Welpen: Belohne deinen Shih Tzu jedes Mal, wenn er locker an der Leine neben dir läuft. Wenn er anzieht, bleibe stehen und warte, bis das Seil wieder locker ist, bevor du weitergehst. Das erfordert Geduld, aber es funktioniert.
Leinenführigkeitstraining kann auch im Rahmen von Spaziergängen integriert werden – du brauchst kein spezielles Training dafür. Wichtig ist, dass du nicht an einem ziehenden Hund vorbeigeschleppt wirst. Sei konsequent: Der Hund lernt schnell, dass Ziehen nicht zum Ziel führt. Verwende ein Brustgeschirr statt eines Halsbands, um den Druck auf die empfindliche Luftröhre zu minimieren.
Sozialisation
Die Sozialisation ist besonders bei Shih Tzus wichtig, da sie ohne ausreichende Erfahrung ängstlich oder abweisend werden können. Die kritische Sozialisationsphase liegt zwischen der 3. und 14. Lebenswoche. In dieser Zeit sollte der Welpe mit so vielen verschiedenen Eindrücken wie möglich konfrontiert werden:
- Verschiedene Menschen (Kinder, Erwachsene, ältere Personen, Menschen mit Brille, Helm, Regenschirm, etc.)
- Verschiedene Hunde (groß, klein, ruhig, verspielt)
- Verschiedene Umgebungen (Innenstadt, Park, Wald, Autofahrt, öffentliche Verkehrsmittel)
- Verschiedene Geräusche (Autos, Feuerwerk, Gewitter, Staubsauger, Waschmaschine)
- Verschiedene Oberflächen (Gras, Asphalt, Metall, Holz)
Natürlich sollte das alles positiv und ohne Überforderung geschehen. Plane viele ungezwungene Begegnungen und lass deinem Welpen Zeit, alles in Ruhe zu erkunden. Positive Erfahrungen in dieser Phase prägen den Hund für sein ganzes Leben.
Spiele & Beschäftigung
Shih Tzus sind verspielte Hunde, die gerne spielen – auch als Erwachsene. Geeignete Spiele sind:
- Apportieren: Viele Shih Tzus lernen gerne zu apportieren, auch wenn es nicht ihre stärkste Eigenschaft ist. Sanfte Einführung mit weichen Spielzeugen.
- Versteckspiel: Leckerli oder Spielzeug verstecken und den Hund suchen lassen. Das fördert den Geruchssinn und die geistige Stimulation.
- Intelligenzspielzeug: Leckerli-Rätsel, Snuffle-Matte, interaktive Spielzeuge mit Fächern und Klappen.
- Zugspiel: Sanftes Zugspiel mit einem weichen Seil. Nicht zu raufen – der Kiefer ist empfindlich.
- Klickertraining: Fördert das Lernen von Tricks und die Kommunikation zwischen Mensch und Hund. Besonders effektiv für diese Rasse.
Vermeide allzu ruppige Spiele oder Springen von Möbeln – die Gelenke des Shih Tzu sind empfindlich, und Sprünge von der Couch oder dem Bett können zu Verletzungen führen. Wenn du Couch oder Bett erlaubst, verwende Hundetreppen oder Rampen.
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9. Für wen ist der Shih Tzu geeignet?
Ideal für:
- Senioren: Der Shih Tzu ist ein wunderbarer Begleiter für ältere Menschen. Er ist ruhig, anhänglich, braucht moderate Bewegung und ist einfach zu handhaben.
- Familien mit älteren Kindern: Der Shih Tzu versteht sich gut mit Kindern, die lernen, respektvoll mit Tieren umzugehen.
- Wohnungsbewohner: Seine geringe Größe und sein moderates Aktivitätslevel machen ihn zum idealen Wohnungshund. li>Allergiker (bedingt): Da der Shih Tzu kaum Haare verliert, kann er für manche Allergiker besser verträglich sein – aber keine Hunderasse ist wirklich allergiefrei.
- Erstbesitzer: Der Shih Tzu ist ein guter erster Hund, da er freundlich, anpassungsfähig und nicht übermäßig anspruchsvoll ist.
- Menschen, die viel zu Hause sind: Der Shih Tzu ist am glücklichsten, wenn sein Mensch in der Nähe ist.
Weniger geeignet für:
- Berufstätige, die den ganzen Tag weg sind: Der Shih Tzu verträgt keine langen Alleinzeiten gut.
- Familien mit sehr kleinen Kindern: Kleine Kinder können den Hund versehentlich verletzen, und der Shih Tzu ist zu empfindlich für grobes Spiel.
- Sehr aktive Menschen: Wenn du einen Hund für lange Wanderungen, Joggen oder Agility suchst, ist der Shih Tzu nicht die richtige Wahl.
- Menschen, die wenig Zeit für Fellpflege haben: Das lange Fell erfordert tägliche Pflege. Wenn du das nicht leisten kannst, solltest du eine kurzhaarige Rasse in Betracht ziehen.
- Heißes Klima: Der Shih Tzu ist hitzeempfindlich und braucht in heißen Klimaten besondere Vorsicht.
10. Vergleichstabelle – Shih Tzu auf einen Blick
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Herkunft | China / Tibet |
| FCI-Gruppe | Gruppe 9 (Begleithunde), Sektion 5 |
| Schulterhöhe | 20–28 cm |
| Gewicht | 4,5–8,2 kg |
| Lebenserwartung | 12–16 Jahre |
| Fell | Lang, seidig, zweilagig |
| Farben | Alle Farben erlaubt |
| Pflegeaufwand | Hoch (tägliches Bürsten) |
| Bedarf an Bewegung | Gering bis moderat |
| Verträglichkeit mit Kindern | Sehr gut |
| Verträglichkeit mit anderen Hunden | Sehr gut |
| Eignung für Wohnung | Exzellent |
| Anfälligkeit für Gesundheitsprobleme | Mittel bis hoch (Augen, Atmung, Zähne) |
| Durchschnittliche Welpenzahl | 3–5 Welpen |
| Preis (Zuchthund) | 1.200–2.500 € |
11. FAQ – Häufige Fragen zum Shih Tzu
12. Fazit – Ist der Shih Tzu der richtige Hund für dich?
Der Shih Tzu ist ein bezaubernder, treuer und liebevoller Begleithund mit einer faszinierenden Geschichte und einem unverwechselbaren Aussehen. Er ist ideal für Menschen, die einen kleinen, anpassungsfähigen Hund suchen, der viel Zuwendung braucht und gerne in der Nähe seiner Familie ist. Seine Eignung für die Wohnungshaltung, sein moderates Aktivitätslevel und seine Freundlichkeit gegenüber Kindern und anderen Tieren machen ihn zu einem vielseitigen Familienhund.
Allerdings ist der Shih Tzu nicht der richtige Hund für jeden. Die aufwendige Fellpflege erfordert Zeit und Engagement. Die gesundheitlichen Besonderheiten der Rasse – insbesondere das brachycephale Syndrom, Augenprobleme und Zahnprobleme – erfordern regelmäßige tierärztliche Kontrollen und können zu höheren Behandlungskosten führen. Und seine starke Bindung an seine Menschen bedeutet, dass er nicht für Menschen geeignet ist, die viel unterwegs sind oder lange Alleinzeiten nicht vermeiden können.
Wenn du dir bewusst bist, was die Haltung eines Shih Tzu bedeutet, und bereit bist, die nötige Zeit und Energie in seine Pflege und Erziehung zu investieren, wirst du einen treuen, liebevollen Begleiter gewinnen, der dich viele Jahre begleiten wird. Der Shih Tzu ist mehr als nur ein Hund – er ist ein Familienmitglied mit einem goldenen Herzen und dem Stolz eines Löwen. Die Bindung, die du mit einem Shih Tzu aufbauen wirst, ist etwas ganz Besonderes: unerschütterlich, zutiefst und von bedingungsloser Liebe geprägt.
Viele Shih Tzu-Besitzer berichten, dass ihr Hund eine fast menschliche Art hat, Gefühle zu spüren und darauf zu reagieren. Ob das stimmt oder nicht – der Shih Tzu hat definitiv ein besonderes Gespür für die Stimmung seiner Menschen und wird sich an dich schmiegen, wenn du traurig bist, und mit dir tanzen (ja, tanzen!), wenn du fröhlich bist. Diese emotionale Intelligenz macht ihn zu einem der besten emotionalen Begleiter, die es gibt.
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