Der Yorkshire Terrier – liebevoll „Yorkie" genannt – ist einer der populärsten Kleinhunde der Welt. Mit seinem langen, seidig-glänzenden Stahl-und-Tan-Fell, der stolzen Körperhaltung und seinem wachen, intelligenten Blick sieht er aus wie ein aristokratischer Schoßhund. Doch wer den Yorkie auf seine Größe reduziert, übersieht sein wahres Wesen: Hier steckt ein mutiger, energiegeladener, selbstbewusster Terrier in Miniaturformat, der seine Besitzer mit Charme, Verspieltheit und einer erstaunlichen Persönlichkeit begeistert.
In diesem ausführlichen Rasseguide erfährst Du alles Wichtige über den Yorkshire Terrier: seine überraschende Herkunft aus den englischen Industriestädten des 19. Jahrhunderts, den ausgeprägten Terriertrieb und den lebhafen Charakter, die besonderen Ansprüche an Haltung und Erziehung, die aufwändige Fellpflege, die richtige Ernährung, typische Gesundheitsaspekte sowie eine ehrliche Einschätzung, für wen dieser charmante Kleinhund wirklich geeignet ist.
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Herkunft & Geschichte des Yorkshire Terriers
Die Geschichte des Yorkshire Terriers beginnt – anders als man bei seinem eleganten Aussehen vermuten könnte – nicht in den Salons der englischen Oberschicht, sondern in den Industrievierteln Nordenglands. Mitte des 19. Jahrhunderts züchteten schottische Arbeiter einen kleinen, robusten Hund, der in Textilfabriken, Kohlebergwerken und Mühlen Ratten und Mäuse jagen sollte.
Die Vorfahren sind nicht eindeutig dokumentiert, doch vermutlich waren verschiedene Schottische Terrierrassen wie der Clydesdale Terrier, der Skye Terrier und der Paisley Terrier beteiligt; auch der Maltese soll zur Fellqualität beigetragen haben. Das Ergebnis war ein kompakter, mutiger Hund, klein genug für enge Spalten, aber zäh genug für die Rattenjagd.
1886 wurde der Name „Yorkshire Terrier" vom Kennel Club offiziell anerkannt – als sich die Zucht bereits vom Arbeitshund zum Modehund der viktorianischen Oberschicht entwickelt hatte. Königin Victoria selbst schwärmte für die Rasse. Der Rüde Huddersfield Ben (1865–1871) gilt als Begründer der modernen Linie. Heute steht der Yorkshire Terrier in den Top-10 der beliebtesten Hunderassen in Deutschland, Großbritannien und den USA.
Charakter & Wesen: Ein Großer im Kleinen
Der Yorkshire Terrier ist der beste Beweis dafür, dass Charakter nicht von der Körpergröße abhängt. In dem kleinen, nur 2–3 kg schweren Körper steckt das Herz eines wahren Terriers – mutig, wachsam, selbstbewusst und voller Energie. Wer einen Yorkie anschafft, sollte sich bewusst sein, dass dies kein passiver Schoßhund ist, sondern ein Hund mit ausgeprägter Persönlichkeit.
Die wichtigsten Charakterzüge des Yorkshire Terriers im Überblick:
- Mutig und furchtlos: Yorkies scheuen sich nicht, sich gegenüber größeren Hunden zu behaupten. Der „große Hund im kleinen Körper"-Effekt erfordert eine konsequente Erziehung und frühe Sozialisation.
- Lebhaft und verspielt: Sie lieben es, herumzutollen, Bälle zu apportieren und mit Spielzeug zu raufen. Trotz ihrer Größe brauchen sie regelmäßige Bewegung und Beschäftigung.
- Anhänglich und menschenbezogen: Yorkies bauen eine enge Bindung auf, kuscheln gerne auf dem Schoß, wollen aber aktiv am Familienleben teilhaben.
- Intelligent und lernfähig: Sie lernen schnell – gute wie schlechte Verhaltensweisen. Positive Verstärkung, Clicker-Training und Leckerli-Belohnungen funktionieren hervorragend; harte Methoden vertragen sie nicht.
- Wachsam und bellfreudig: Yorkies melden alles Ungewöhnliche mit lautem Bellen. Ohne „Aus"-Kommando kann dies in der Wohnung schnell zu Nachbarschaftsproblemen führen.
- Jagdtrieb: Trotz Mini-Größe jagt der Yorkie Mäuse, Ratten, Vögel und Insekten. In ländlicher Umgebung kann er in Mauselöcher kriechen und verschwinden.
- Sozial, wenn gut sozialisiert: Mit Artgenossen und Katzen verstehen sie sich meist gut; Fremden gegenüber anfangs zurückhaltend, aber zutraulich, wenn die Bezugsperson Vertrauen signalisiert.
Haltung: Passt ein Yorkie in meine Wohnung?
Der Yorkshire Terrier ist ein idealer Wohnungshund – vorausgesetzt, man nimmt seinen Bewegungsdrang ernst. Er braucht keinen Garten, aber täglich 30–60 Minuten Auslauf in zwei bis drei Spaziergängen plus geistige Beschäftigung in der Wohnung (Intelligenzspielzeug, Suchspiele, Tricktraining).
Bewegung & Sicherheit
Yorkies haben zarte Knochen und Gelenke. Treppen-Schutzgitter, gesicherte Balkone und das Vermeiden von Sprüngen aus großer Höhe sind Pflicht. Auch Steckdosen und gefährliche Spalten sollten gesichert werden – der Yorkie passt fast überall durch.
Kälte & Klima
Yorkies haben keine Unterwolle und frieren schnell. Bei Regen, Schnee und niedrigen Temperaturen sind ein warmer Hundemantel und eventuell Hundeschuhe sinnvoll. Viele Yorkies zittern bei Kälte – aufmerksame Besitzer achten auf Unterkühlungsanzeichen.
Alleinsein
Yorkies sind sehr menschenbezogen und vertragen stundenlanges Alleinsein schlecht. Erwachsene, gut trainierte Yorkies schaffen 4–6 Stunden – vorausgesetzt, sie wurden langsam daran gewöhnt. Für Berufstätige empfiehlt sich eine Betreuungsperson oder Hundetagesstätte.
Ernährung des Yorkshire Terriers
Die Ernährung sollte auf Größe, Alter und Aktivitätsgrad abgestimmt sein. Kleine Rassen haben einen schnelleren Stoffwechsel und benötigen eine energiedichte, nährstoffreiche Nahrung.
Hochwertiges Fertigfutter
Ein hochwertiges Futter für kleine Rassen (Small-Breed-Formel) mit hohem Fleischanteil (mindestens 60–70 %), wenig Getreide und ohne künstliche Zusätze ist die einfachste und sicherste Wahl. Die kleineren Kroketten kann der Yorkie gut kauen.
BARF für Fortgeschrittene
Wer seinen Yorkie roh füttern möchte, braucht genaue Kenntnisse über den Nährstoffbedarf kleiner Hunde – Yorkies haben pro Kilogramm Körpergewicht einen höheren Kalzium- und Phosphorbedarf als große Rassen. Eine Beratung durch einen Tierernährungsberater ist empfehlenswert.
Leckerlis & Zahnpflege
Yorkies haben einen relativ hohen Kalorienbedarf pro kg. Wer mit Leckerlis trainiert, sollte die Gesamtfuttermenge reduzieren, um Übergewicht zu vermeiden. Spezielle Zahnpflege-Snacks helfen, der starken Zahnstein-Neigung entgegenzuwirken.
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Pflege: Das lange Fell des Yorkies
Das lange, seidig-glänzende Fell des Yorkshire Terriers ist sein Markenzeichen – und gleichzeitig der pflegeintensivste Aspekt der Haltung. Wer einen Yorkie als Show-Hund halten möchte, verbringt täglich viel Zeit mit der Fellpflege. Als normaler Familienhund gibt es pflegeleichtere Alternativen, die ebenfalls attraktiv aussehen.
Tägliches Bürsten
Das lange Yorkshire-Fell verfilzt schnell, besonders in den Achselhöhlen, hinter den Ohren und an den Hosen. Tägliches Bürsten mit einer weichen Metallbürste und einem grobzinkigen Kamm ist Pflicht, um Knoten und Verfilzungen zu verhindern. Besonders schonend sind Bürsten mit Naturborsten, die das Fell nicht statisch aufladen.
Baden
Yorkies müssen alle 2–4 Wochen gebadet werden, je nach Verschmutzung und Lebensstil. Verwende ein mildes Hundeshampoo, das das Fell nicht austrocknet. Nach dem Bad das Fell gründlich frottieren und föhnen – niemals nass lassen, sonst bilden sich Knoten. Hunde-Conditioner erleichtert das Kämmen und verleiht dem Fell zusätzlichen Glanz.
Schneiden des Fells
Die meisten Yorkie-Besitzer entscheiden sich aus praktischen Gründen für eine pflegeleichte Kurzhaarfrisur (sogenannter „Puppy Cut" oder „Teddy Cut"). Das Fell wird auf eine Länge von 1–3 cm gekürzt, was die Pflege deutlich erleichtert. Ein professioneller Hundefriseur kann die Yorkie-Frisur regelmäßig in Form bringen.
Krallen, Ohren & Augen
Die Krallen müssen regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf geschnitten werden – bei kleinen Hunden wachsen sie oft schneller als sie sich abnutzen. Die Ohren sollten wöchentlich auf Schmutz und Entzündungen überprüft und vorsichtig mit einem feuchten Tuch gereinigt werden. Bei Augen ist der Yorkie anfällig für tränende Augen, weshalb regelmäßig die Augenpartie mit einem weichen, feuchten Tuch gereinigt werden sollte.
Zahnpflege
Wie bereits erwähnt, ist Zahnpflege beim Yorkie essenziell. Tägliches Zähneputzen mit einer weichen Hundezahnbürste und spezieller Hundezahnpasta ist die beste Vorbeugung gegen Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und Zahnverlust. Ergänzend helfen Zahnpflege-Kauknochen und Dental-Leckerlis.
Erziehung des Yorkshire Terriers
Die Erziehung eines Yorkies ist eine lohnende, aber konsequente Aufgabe. Yorkies sind intelligent und lernwillig, aber auch eigenwillig und – wenn man sie lässt – ziemlich durchtrieben. Wer den Yorkie nicht von Anfang an klare Regeln lernen lässt, hat schnell einen kleinen Tyrannen auf dem Schoß.
Stubenreinheit
Die Stubenreinheit ist bei kleinen Hunden oft eine besondere Herausforderung, da ihr kleines Blasenvolumen häufige Toilettengänge erfordert. Konsequenz, Geduld und ein klar strukturierter Tagesablauf sind das A und O. Viele Yorkie-Besitzer nutzen zusätzlich Hundewindeln oder Pipi-Pads für die Wohnung, besonders in der Eingewöhnungsphase oder bei sehr jungen und alten Hunden.
Leinenführigkeit
Yorkies neigen dazu, an der Leine zu ziehen – nicht aus Dominanz, sondern weil sie alles Spannende in ihrer Umgebung sofort untersuchen wollen. Positive Verstärkung und geduldiges Üben sind der Schlüssel. Ein gut sitzendes Geschirr (kein Halsband bei ziehenden Hunden) und eine leichte, kurze Leine erleichtern das Training.
„Aus"-Kommando und Bellkontrolle
Yorkies können sehr bellfreudig sein. Das „Aus"-Kommando sollte daher früh und konsequent geübt werden. Ignorieren des unerwünschten Bellens und sofortige Belohnung der Stille sind bewährte Methoden. Auch das Training eines „Bell auf Kommando"-Tricks hilft, dem Hund beizubringen, wann Bellen erwünscht und wann unerwünscht ist.
Sozialisation
Eine gute Sozialisation in der Welpenzeit (zwischen 8 und 16 Wochen) ist für Yorkies besonders wichtig. Positive Begegnungen mit anderen Hunden, Menschen unterschiedlichen Alters, verschiedenen Umgebungen und Alltagsgeräuschen legen den Grundstein für einen selbstsicheren, ausgeglichenen Erwachsenen-Hund.
„Kleiner Hund"-Syndrom vermeiden
Yorkies werden wegen ihrer Größe oft unterschätzt und verwöhnt. Dieses „Small-Dog-Syndrom" führt zu Verhaltensproblemen wie übermäßigem Bellen, Aggressivität gegenüber anderen Hunden und Ungehorsam. Yorkies sollten wie jeder andere Hund behandelt und erzogen werden – mit klaren Regeln, Konsequenz und Respekt.
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Gesundheit & typische Rassekrankheiten
Yorkshire Terrier gelten als relativ robuste Rasse und haben eine Lebenserwartung von 12–16 Jahren – einige Vertreter werden sogar noch älter. Dennoch gibt es einige rassetypische Gesundheitsrisiken, die potenzielle Besitzer kennen sollten. Seriöse Züchter lassen ihre Tiere auf bekannte Erbkrankheiten testen und schließen betroffene Hunde von der Zucht aus.
- Patellaluxation: Die häufigste orthopädische Erkrankung beim Yorkie. Die Kniescheibe springt aus ihrer Führung – angeboren oder erworben. Leichte Fälle verursachen kaum Beschwerden, schwere Fälle erfordern eine Operation. Symptome: Humpeln, „Hüpfen" auf drei Beinen, Schonhaltung.
- Trachealkollaps: Eine Erkrankung der Luftröhre, die bei kleinen Rassen häufig vorkommt. Die Knorpelringe der Luftröhre werden weich und kollabieren teilweise. Symptome: trockener, „gänseartiger" Husten, Atemnot, vor allem bei Aufregung oder beim Ziehen an der Leine. Ein Brustgeschirr statt Halsband ist die wichtigste Vorbeugung.
- Zahnprobleme: Wie bereits erwähnt, neigen Yorkies stark zu Zahnstein, Zahnfleischentzündungen und frühem Zahnverlust. Regelmäßige Zahnpflege und professionelle Zahnreinigungen sind Pflicht.
- Augenerkrankungen: Yorkshire Terrier können an Grauem Star (Katarakt), Progressiver Retinaatrophie (PRA) und trockenen Augen (Keratokonjunktivitis sicca) leiden. Seriöse Züchter lassen ihre Zuchttiere augenärztlich untersuchen.
- Lebershunt (portosystemischer Shunt): Eine angeborene Fehlbildung, bei der das Blut die Leber umgeht. Symptome: Wachstumsstörungen, neurologische Auffälligkeiten, Krampfanfälle. Eine frühzeitige Diagnose und ggf. Operation ist wichtig.
- Hypoglykämie (Unterzuckerung): Besonders bei Yorkie-Welpen und sehr kleinen Tieren kann es zu plötzlichem Blutzuckerabfall kommen. Symptome: Schwäche, Zittern, Desorientierung, im schlimmsten Fall Bewusstlosigkeit. Mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag beugen vor.
- Herzerkrankungen: Wie viele kleine Rassen können Yorkies an Herzklappeninsuffizienz erkranken, besonders im fortgeschrittenen Alter. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt helfen, Herzprobleme früh zu erkennen.
Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen beim Tierarzt (mindestens einmal jährlich, ab dem 8. Lebensjahr zweimal jährlich) sind wichtig, um Erkrankungen früh zu erkennen und zu behandeln. Impfungen, Entwurmungen und Parasitenschutz sollten gemäß den Empfehlungen des Tierarztes durchgeführt werden.
Yorkshire Terrier kaufen: Preis, Züchter, Tiereheim
Ein Yorkie-Welpe von einem seriösen Züchter kostet in Deutschland zwischen 1.200 und 2.500 Euro, manchmal auch mehr, je nach Zuchtlinie, Stammbaum und Aufwand des Züchters. Besonders Show-Linien mit Champion-Abstammung können deutlich teurer sein. Bei Billigangeboten aus dem Internet oder von Vermehrern ist Vorsicht geboten – diese Welpen sind oft krank, schlecht sozialisiert und stammen aus fragwürdigen Haltungsbedingungen.
Woran erkenne ich einen seriösen Züchter?
- 🐕 Der Züchter ist Mitglied in einem anerkannten Zuchtverband (VDH, FCI)
- 🐕 Die Welpen werden in der Familie aufgezogen, nicht in einem Zwinger oder Keller
- 🐕 Die Elterntiere sind auf rassetypische Krankheiten getestet
- 🐕 Du darfst die Welpen und die Mutter vor dem Kauf besuchen
- 🐕 Der Züchter stellt dir viele Fragen zu deiner Lebenssituation
- 🐕 Du erhältst Papiere, Impfpass, Chip und einen schriftlichen Kaufvertrag
- 🐕 Der Züchter steht auch nach dem Kauf für Fragen zur Verfügung
Yorkie aus dem Tierschutz
Eine wunderbare Alternative ist die Adoption eines Yorkshire Terriers aus dem Tierschutz. In Tierheimen und bei Yorkshire-Terrier-Nothilfen warten immer wieder Yorkies – auch reinrassige – auf ein neues Zuhause. Die Vermittlungsgebühr liegt zwischen 200 und 500 Euro und beinhaltet in der Regel Impfungen, Chip und Kastration. Vorteil: Die Tiere sind meist bereits stubenrein, kennen den Alltag und sind charakterlich gefestigt.
Welche Kosten kommen langfristig auf mich zu?
Neben dem Anschaffungspreis solltest Du laufende Kosten einkalkulieren: hochwertiges Futter (ca. 30–60 €/Monat), Tierarzt und Impfungen (ca. 100–300 €/Jahr), Fellpflege (entweder selbst oder Hundesalon ca. 50–80 €/Besuch), Hundesteuer, Versicherung und Zubehör. Insgesamt solltest Du mindestens 800–1.500 Euro pro Jahr einplanen.
Für wen ist der Yorkshire Terrier geeignet?
Ideal für:
- 🏠 Stadtmenschen und Wohnungsbewohner – der Yorkie fühlt sich auch in kleinen Wohnungen wohl, solange er genug Auslauf bekommt
- 👴 Senioren – durch seine geringe Größe und sein anhängliches Wesen eignet sich der Yorkie gut für ältere Menschen, die einen unkomplizierten Begleiter suchen
- 👨👩👧 Singles und Paare – der Yorkie liebt es, im Mittelpunkt zu stehen und eignet sich für Menschen, die viel Zeit für ihren Hund haben
- 👶 Familien mit älteren Kindern – ab etwa 6 Jahren können Kinder den Yorkie gut begleiten. Wichtig: Kinder müssen den respektvollen Umgang mit dem kleinen Hund lernen
- 🧠 Anfänger mit Hundeerfahrung – der Yorkie ist kein „Anfängerhund im klassischen Sinne", aber durchaus für Erstbesitzer geeignet, die sich gut informieren und konsequent erziehen
- ✈️ Reisefreudige – durch seine geringe Größe kann der Yorkie leicht überallhin mitgenommen werden und ist in vielen Hotels willkommen
Weniger geeignet ist die Rasse für:
- 🤫 Sehr ruhige, zurückhaltende Menschen – der Yorkie braucht Aufmerksamkeit, Beschäftigung und Kontakt
- 👶 Familien mit sehr kleinen Kindern – der Yorkie kann durch unbeabsichtigt grobes Anfassen verletzt werden, und er selbst kann defensiv schnappen
- 🕐 Menschen, die den ganzen Tag außer Haus sind – Yorkies leiden unter Einsamkeit und entwickeln Verhaltensprobleme
- 🤧 Allergiker – Yorkies verlieren zwar wenig Haare, sind aber nicht hypoallergen. Allergiker sollten sich vor dem Kauf testen lassen
- 💰 Preisbewusste Käufer – neben dem Anschaffungspreis kommen laufende Kosten für Futter, Pflege und Tierarzt hinzu
- 🏃 Sportler, die einen Jogging-Partner suchen – der Yorkie ist zwar bewegungsfreudig, aber für ausdauerndes Joggen zu klein und empfindlich
Vergleichstabelle: Yorkshire Terrier vs. andere Kleinhunderassen
| Eigenschaft | Yorkshire Terrier | Chihuahua | Malteser | Zwergspitz |
|---|---|---|---|---|
| Größe | sehr klein (2–3 kg) | sehr klein (1,5–3 kg) | sehr klein (3–4 kg) | sehr klein (1,5–3,5 kg) |
| Fell | lang, seidig, glatt | kurz oder lang | lang, seidig, weiß | lang, dicht, plüschig |
| Fellpflege | aufwändig (täglich) | gering–mittel | aufwändig (täglich) | mittel–aufwändig |
| Aktivitätslevel | hoch | mittel | mittel | hoch |
| Belltendenz | hoch | hoch | mittel–hoch | hoch |
| Intelligenz | hoch | mittel | mittel–hoch | hoch |
| Kindertauglichkeit | bedingt (ab 6 J.) | bedingt (ab 8 J.) | bedingt (ab 6 J.) | bedingt (ab 6 J.) |
| Gesundheitsrisiken | mittel (Patellalux., Trachealkollaps) | mittel (Patellalux., Herz) | mittel (Patellalux., Augen) | mittel (Patellalux., Zähne) |
| Anfänger geeignet? | ja (mit Information) | bedingt (eigenwillig) | ja | bedingt (selbstbewusst) |
| Lebenserwartung | 12–16 J. | 12–20 J. | 12–15 J. | 12–16 J. |
Häufige Fragen zum Yorkshire Terrier (FAQ)
Wie viel kostet ein Yorkshire Terrier?
Ein Yorkshire-Terrier-Welpe von einem seriösen Züchter kostet zwischen 1.200 und 2.500 Euro. Show-Linien mit Champion-Abstammung können deutlich teurer sein. Wer einen Yorkie aus dem Tierschutz adoptiert, zahlt zwischen 200 und 500 Euro Vermittlungsgebühr. Vorsicht vor Billigangeboten aus dem Internet – diese stammen oft von Vermehrern und sind häufig krank.
Ist der Yorkshire Terrier ein Anfängerhund?
Der Yorkie eignet sich bedingt für Anfänger. Er ist intelligent und lernwillig, aber auch eigenwillig und braucht eine konsequente Erziehung. Wer sich vor dem Kauf gut informiert, klare Regeln aufstellt und konsequent bleibt, kann mit einem Yorkie sehr gut zurechtkommen. Für Menschen, die ihren ersten Hund bekommen, ist es empfehlenswert, eine Welpenschule oder Hundetrainer zu besuchen.
Haart der Yorkshire Terrier stark?
Der Yorkshire Terrier verliert sehr wenig Haare – das lange, seidige Fell wächst kontinuierlich, wie menschliches Haar, und wird beim Bürsten entfernt. Das macht den Yorkie zu einem beliebten Hund für Menschen, die Wert auf eine saubere Wohnung legen. Wichtig: Yorkies sind trotz ihres geringen Haarverlusts nicht hypoallergen – Allergiker sollten sich vor dem Kauf testen lassen.
Wie alt wird ein Yorkshire Terrier?
Die durchschnittliche Lebenserwartung eines Yorkshire Terriers liegt bei 12–16 Jahren. Mit guter Pflege, gesunder Ernährung und regelmäßiger Vorsorge erreichen viele Yorkies ein Alter von 15 Jahren und darüber. Der aktuelle Rekord liegt bei über 20 Jahren – der Yorkie gehört damit zu den Hunderassen mit der höchsten Lebenserwartung.
Verträgt sich der Yorkshire Terrier mit Kindern?
Der Yorkie verträgt sich mit älteren Kindern (ab ca. 6 Jahren) in der Regel gut, sofern diese den respektvollen Umgang mit dem kleinen Hund gelernt haben. Sehr kleine Kinder stellen eine Gefahr dar, da sie den Hund versehentlich verletzen können (durch Fallenlassen, Treten, Quetschen). Umgekehrt kann ein ängstlicher Yorkie defensiv schnappen. Familien mit Kleinkindern sollten die Anschaffung gut überdenken oder einen etwas robusteren Hund wählen.
Wie oft muss ein Yorkshire Terrier zum Friseur?
Wenn Du Deinen Yorkie in der klassischen langen Show-Frisur halten möchtest, ist tägliches Bürsten und alle 2–4 Wochen ein Bad nötig – einen Hundefriseur benötigst Du in diesem Fall nur gelegentlich für besondere Anlässe. Bei der beliebten Kurzhaarfrisur (Puppy Cut) empfiehlt sich ein Besuch beim Hundefriseur alle 6–8 Wochen, um die Frisur in Form zu halten. Die Kosten liegen je nach Region und Friseur zwischen 40 und 80 Euro pro Besuch.
Kann man einen Yorkshire Terrier allein lassen?
Yorkies sind sehr menschenbezogen und vertragen längere Phasen des Alleinseins schlecht. Erwachsene, gut trainierte Yorkies können in der Regel 4–6 Stunden allein bleiben – vorausgesetzt, sie wurden langsam daran gewöhnt und haben ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten. Welpen und sehr junge Hunde sollten nicht länger als 2–3 Stunden allein gelassen werden. Für berufstätige Menschen empfiehlt sich eine Betreuungsperson oder eine Hundetagesstätte.
Ist der Yorkshire Terrier ein Familienhund?
Ja, der Yorkie kann ein wunderbarer Familienhund sein – vorausgesetzt, alle Familienmitglieder verstehen seinen Charakter und behandeln ihn respektvoll. Er liebt es, im Mittelpunkt zu stehen, und bindet sich oft an eine Hauptbezugsperson, während er zu allen anderen Familienmitgliedern ebenfalls freundlich ist. Wichtig ist, dass der Yorkie nicht als „Spielzeug" behandelt wird, sondern als vollwertiges Familienmitglied mit eigenen Bedürfnissen.
Fazit
Der Yorkshire Terrier ist ein außergewöhnlicher Kleinhund, der mit seinem Charme, seiner Intelligenz und seinem ausgeprägten Charakter begeistert. Er ist kein „nur-Schoßhund", sondern ein vollwertiger Terrier im Miniaturformat – mutig, wachsam, verspielt und anhänglich zugleich. Wer einen Yorkie in sein Leben lässt, bekommt einen treuen Begleiter, der das Familienleben über viele Jahre bereichert.
Allerdings bringt die Haltung eines Yorkies auch Verantwortung und Aufwand mit sich: die intensive Fellpflege, die konsequente Erziehung, die regelmäßige Zahnpflege und die laufenden Kosten für Futter und Tierarzt sollten vor dem Kauf ehrlich abgewogen werden. Wer diese Anforderungen erfüllen kann, wird mit einem Yorkshire Terrier einen faszinierenden, charmanten und liebevollen Begleiter finden, der mit seiner Persönlichkeit das Zuhause bereichert.
Du interessierst Dich für weitere kleine Hunderassen? Dann wirf einen Blick in unseren Rasseguide für Anfänger oder lies unsere Rasseguides zum Chihuahua, Französische Bulldogge oder Malteser.
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