📌 Das Wichtigste auf einen Blick
- Welpen brauchen in den ersten Monaten deutlich mehr Energie und Nährstoffe als ausgewachsene Hunde – das richtige Futter legt den Grundstein für ein gesundes Leben.
- Die Fütterung sollte in mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag aufgeteilt werden, um den empfindlichen Magen-Darm-Trakt nicht zu überlasten.
- Ob Trockenfutter, Nassfutter oder BARF – entscheidend ist eine ausgewogene Zusammensetzung mit hochwertigem Protein, Calcium und essenziellen Fettsäuren.
- Häufige Fehler wie Überfütterung, falsche Leckerlis oder zu schneller Futterwechsel können Wachstumsstörungen und Allergien begünstigen.
- Der Übergang zum Adultfutter sollte behutsam erfolgen – meist zwischen dem 12. und 18. Lebensmonat, je nach Rasse und Größe.
Du hast einen kleinen Welpen bei dir aufgenommen und fragst dich, wie du ihn richtig füttern sollst? Dann bist du hier genau richtig. Die ersten Lebensmonate Deines Hundes sind entscheidend für seine spätere Gesundheit, sein Immunsystem und sogar sein Verhalten. Was Du jetzt falsch machst, lässt sich später oft nur schwer korrigieren.
In diesem Ratgeber erfährst Du Schritt für Schritt, was Dein Welpe wirklich braucht, wie oft er fressen sollte, welche Futterarten sich eignen und welche Fehler Du unbedingt vermeiden solltest. Wir sprechen dabei bewusst aus der Praxis – ohne Fachchinesisch und ohne Marketing-Geschwafel.
Warum die richtige Welpenfütterung so wichtig ist
Welpen sind keine kleinen erwachsenen Hunde. Ihr Körper befindet sich in einer regelrechten Wachstumsphase: Knochen, Muskeln, Organe, Gehirn – alles wird neu aufgebaut. Ein artgerechter Ernährungsplan für Welpen berücksichtigt daher nicht nur den Energiebedarf, sondern auch das Verhältnis von Calcium zu Phosphor, die Proteinqualität und die Fettsäuren.
Die kritische Wachstumsphase verstehen
In den ersten acht Wochen säugt der Welpe bei seiner Mutter. Ab der vierten Woche beginnt die Beifütterung, bei der Du langsam festes Futter einführst. Vom Zeitpunkt der Abgabe an den neuen Besitzer (meist mit 8 bis 12 Wochen) bis zum Ende des ersten Lebensjahres spricht man von der eigentlichen Wachstumsphase. Große Rassen wie Deutsche Doggen oder Bernhardiner wachsen sogar bis zu 24 Monate.
Was passiert bei falscher Fütterung?
Eine zu calciumreiche Ernährung kann bei großen Rassen zu Gelenkproblemen und Skelettdeformationen führen. Zu viel Energie lässt den Welpen zwar schneller wachsen, aber die Knochen halten mit dem Gewicht nicht mit. Die Folge: Hüftdysplasie, Ellenbogendysplasie oder Osteochondrose. Auch ein Mangel an Omega-3-Fettsäuren kann die Gehirnentwicklung und das Sehvermögen beeinträchtigen.
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Die Grundlagen: Was Welpen wirklich brauchen
Bevor Du Dich für ein bestimmtes Futter entscheidest, solltest Du verstehen, welche Nährstoffe Dein Welpe in welcher Menge braucht. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Rasse, Größe und Aktivitätslevel.
Protein – der Baustoff für Muskeln und Organe
Welpen benötigen deutlich mehr Protein als ausgewachsene Hunde. Empfohlen werden 25 bis 30 Prozent hochwertiges Protein in der Trockenmasse. Achte darauf, dass das Protein aus tierischen Quellen stammt – Lamm, Huhn, Lachs oder Rind sind gut verdaulich. Pflanzliche Proteine allein reichen nicht aus, da sie nicht das vollständige Aminosäureprofil liefern.
Fette – Energie und Gehirnnahrung
Fett ist der wichtigste Energielieferant und liefert essentielle Fettsäuren wie DHA (Docosahexaensäure), die für die Gehirnentwicklung unverzichtbar ist. Ein Anteil von 10 bis 15 Prozent in der Trockenmasse ist ideal. Lachsöl, Leinöl oder Hühnerfett sind hervorragende Quellen.
Calcium und Phosphor – das Knochen-Duo
Diese beiden Mineralien müssen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen, idealerweise zwischen 1,1:1 und 1,4:1 (Calcium zu Phosphor). Ein Zuviel an Calcium kann, wie bereits erwähnt, bei großen Rassen zu schweren Wachstumsstörungen führen. Deshalb solltest Du niemals eigenmächtig Calcium-Präparate zufüttern.
Vitamine, Spurenelemente und Ballaststoffe
Vitamine wie A, D, E und B-Komplex sowie Spurenelemente wie Zink, Kupfer und Selen sind essenziell. Auch Ballaststoffe spielen eine Rolle – sie regulieren die Verdauung und sorgen für eine gesunde Darmflora. Wenn Du Dich für ein hochwertiges Alleinfuttermittel entscheidest, sind diese Nährstoffe in der Regel bereits enthalten.
Welpenfutter-Sorten im Überblick
Der Markt ist riesig, und die Auswahl kann überwältigend sein. Grundsätzlich gibt es drei große Kategorien, die jeweils ihre Vor- und Nachteile haben.
Trockenfutter – praktisch und beliebt
Trockenfutter ist die wohl verbreitetste Variante. Es lässt sich gut dosieren, ist lange haltbar und einfach zu handhaben. Qualitativ hochwertiges Trockenfutter erkennst Du daran, dass eine klare Fleischdeklaration auf der Verpackung steht und keine künstlichen Aromen oder Farbstoffe enthalten sind. Viele Hersteller bieten rassespezifische Sorten an, die auf die Bedürfnisse kleiner, mittlerer oder großer Rassen zugeschnitten sind.
Nassfutter – schmackhaft und saftig
Nassfutter hat einen höheren Feuchtigkeitsgehalt (rund 80 Prozent), was den Flüssigkeitshaushalt unterstützt. Es ist oft schmackhafter und eignet sich gut für wählerische Welpen. Allerdings ist es teurer, weniger lange haltbar und kann bei übermäßiger Gabe zu weichem Kot führen. Eine Mischfütterung aus Trocken- und Nassfutter ist ebenfalls möglich und oft eine gute Lösung.
BARF – roh und natürlich
Beim BARFEN (Biologisch Artgerechtes Rohes Futter) fütterst Du rohes Fleisch, Knochen, Gemüse und Öle. Diese Methode orientiert sich an der ursprünglichen Ernährung des Hundes als Nachfahre des Wolfes. Vorteile: glänzendes Fell, gesunde Zähne, gute Verdauung. Nachteile: zeitintensiv, erfordert fundiertes Wissen über Nährstoffzusammensetzungen, Risiko bei Salmonellen. Wenn Du BARFEN möchtest, informiere Dich umfassend oder lass Dich von einem Ernährungsberater für Hunde begleiten.
Spezialfutter für besondere Bedürfnisse
Manche Welpen haben besondere Anforderungen – etwa bei Allergien, empfindlichem Magen oder nach einer Krankheit. In solchen Fällen gibt es hypoallergenes Futter, getreidefreies Futter oder spezielles Aufbaufutter nach tierärztlicher Empfehlung. Sprich im Zweifel immer mit Deinem Tierarzt.
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Fütterungsplan: Wie oft und wie viel?
Die Frage nach der Futtermenge und der Häufigkeit gehört zu den häufigsten überhaupt. Die Antwort hängt vom Alter, Gewicht und der Futterart ab. Hier ein grober Leitfaden, den Du immer mit den Angaben des Herstellers und dem Rat Deines Tierarztes abgleichen solltest.
Fütterungshäufigkeit nach Alter
2 bis 4 Monate: vier Mahlzeiten pro Tag. Der Magen ist noch klein, der Energiebedarf hoch.
4 bis 6 Monate: drei Mahlzeiten pro Tag.
6 bis 12 Monate: zwei Mahlzeiten pro Tag.
Ab 12 Monaten: bei den meisten Rassen reicht eine bis zwei Mahlzeiten täglich.
Richtwerte für die Futtermenge
Als Faustregel gilt: Ein Welpe braucht etwa 5 bis 10 Prozent seines Körpergewichts an Futter pro Tag – je nach Aktivität und Futterart. Ein 5 kg schwerer Welpe frisst also rund 250 bis 500 g Nassfutter oder 100 bis 200 g Trockenfutter täglich. Diese Werte sind allerdings nur grobe Orientierungen. Beobachte das Gewicht und die Figur Deines Welpen regelmäßig.
Die richtige Temperatur und Zubereitung
Trockenfutter kannst Du bei sehr jungen Welpen mit etwas warmem Wasser einweichen, um das Kauen zu erleichtern. Nassfutter sollte Zimmertemperatur haben, nicht direkt aus dem Kühlschrank kommen. Frisches Wasser muss immer zur Verfügung stehen.
Welpen richtig messen
Du kannst den Body Condition Score (BCS) nutzen, um zu prüfen, ob Dein Welpe das richtige Gewicht hat. Die Rippen sollten leicht tastbar, aber nicht sichtbar sein. Von oben betrachtet sollte eine sanfte Taille erkennbar sein. Mehr dazu findest Du in unserem Artikel über gesundes Hundegewicht erkennen.
Häufige Fehler bei der Welpenfütterung
Gerade in der Anfangszeit machen viele Hundebesitzer Fehler, die gut gemeint, aber schädlich sind. Hier sind die häufigsten Stolperfallen – und wie Du sie vermeidest.
Überfütterung und falsche Leckerlis
Die süßen Welpen-Augen können einen dazu verleiten, ständig nachzulegen. Doch Übergewicht im Welpenalter ist ein ernstes Problem. Es belastet die Gelenke, fördert Wachstumsstörungen und kann zu lebenslangen Gewichtsproblemen führen. Leckerlis sollten nicht mehr als 10 Prozent der täglichen Kalorienmenge ausmachen.
Zu schneller Futterwechsel
Der empfindliche Welpenmagen braucht Zeit, um sich an neues Futter zu gewöhnen. Wechsle deshalb nie abrupt, sondern mische das neue Futter über 7 bis 10 Tage langsam unter das alte. Beginne mit 25 Prozent neuem Futter und steigere den Anteil täglich.
Ungeeignete Nahrungsmittel
Schokolade, Weintrauben, Rosinen, Zwiebeln, Knoblauch, Avocado und Xylit (Süßstoff) sind für Hunde giftig. Auch roher Teig, Knochen von Geflügel oder gekochte Knochen können gefährlich werden. Eine ausführliche Liste findest Du in unserem Beitrag über giftige Lebensmittel für Hunde.
Zu früh oder zu spät umstellen
Manche Besitzer stellen zu früh auf Adultfutter um, weil der Hund "schon so groß" aussieht. Andere füttern Welpenfutter viel zu lange. Beides kann problematisch sein. Der richtige Zeitpunkt hängt von der Rasse und der individuellen Entwicklung ab – dazu gleich mehr.
Fütterung unkontrolliert lassen
Einige Halter lassen den Napf einfach den ganzen Tag stehen. Bei Welpen ist das keine gute Idee. Sie fressen oft unkontrolliert, die Hygiene leidet, und Du verlierst die Übersicht über die tatsächliche Futtermenge. Besser: feste Fütterungszeiten und den Napf nach 10 bis 15 Minuten wegräumen.
Übergang zum Adultfutter – Wann und Wie?
Der Wechsel vom Welpenfutter zum Erwachsenenfutter ist ein wichtiger Schritt, der gut geplant sein will. Falsch gemacht, kann er zu Verdauungsproblemen oder Nährstoffmangel führen.
Der richtige Zeitpunkt
Kleine Rassen (z. B. Chihuahua, Jack Russell) sind mit 9 bis 12 Monaten ausgewachsen und können früher umgestellt werden. Mittelgroße Rassen (z. B. Border Collie, Labrador) wechseln mit 12 bis 15 Monaten. Große und sehr große Rassen (z. B. Schäferhund, Dogge) bleiben oft bis zum 18. bis 24. Monat beim Welpenfutter, da ihr Wachstum länger dauert.
Schritt-für-Schritt Umstellung
Nimm Dir für die Umstellung mindestens zwei Wochen Zeit. Mische zunächst 25 Prozent Adultfutter unter das Welpenfutter, dann 50/50, dann 75/20 und schließlich komplett Adultfutter. Beobachte dabei den Kot, das Allgemeinbefinden und das Gewicht Deines Hundes.
Was ändert sich beim Adultfutter?
Adultfutter hat einen geringeren Energie- und Proteingehalt, da der ausgewachsene Hund keinen erhöhten Bedarf mehr hat. Auch der Calcium- und Phosphorgehalt ist niedriger. Das ist wichtig, denn ein ausgewachsener Hund braucht diese Nährstoffe nicht mehr in so hoher Konzentration – eine Überversorgung würde die Nieren belasten.
Ab wann darf mein Welpe Knochen kauen?
Rohe, fleischige Knochen dürfen ab einem Alter von etwa vier Monaten unter Aufsicht gegeben werden. Rohe Geflügelhälse oder Brustbeinknochen eignen sich gut. Gekochte Knochen sind tabu, da sie splittern und schwere innere Verletzungen verursachen können.
Wie erkenne ich, ob mein Welpe das richtige Futter bekommt?
Ein gesunder Welpe hat glänzendes Fell, klare Augen, festen Kot, eine gute Figur (Rippen leicht tastbar) und ist agil. Wenn Du unsicher bist, sprich mit Deinem Tierarzt – er kann den Ernährungszustand beurteilen und gegebenenfalls eine Blutuntersuchung empfehlen.
Brauche ich spezielle Zusätze wie Welpenmilch oder Welpenpaste?
In der Regel nicht, wenn Du ein hochwertiges Alleinfuttermittel fütterst. Spezielle Welpenmilch kann sinnvoll sein, wenn Du einen sehr jungen, früh abgesetzten Welpen versorgst. Ergänzungspräparate wie Calcium oder Vitamine solltest Du nur nach tierärztlicher Empfehlung geben.
Was tun, wenn mein Welpe das Futter verweigert?
Keine Panik – Welpen fressen nicht immer sofort. Lass den Napf 10 Minuten stehen, nimm ihn dann weg und biete ihn zur nächsten Mahlzeit wieder an. Ständiges Wechseln oder das Anbieten von Alternativen kann dazu führen, dass der Hund zum Feinschmecker wird. Hält die Futterverweigerung länger als 24 Stunden an oder kommen andere Symptome hinzu, solltest Du einen Tierarzt aufsuchen.
Kann ich meinem Welpen Reste vom Tisch geben?
Grundsätzlich nicht empfehlenswert. Menschliches Essen ist oft zu salzig, zu fettig oder enthält Zutaten, die für Hunde unverträglich sind. Wenn Du Deinem Welpen etwas Gutes tun willst, greife zu speziellen Hundeleckerlis oder kleinen Mengen ungewürztes Gemüse wie Karotte oder Zucchini.
Fazit: Gut gefüttert ist halb aufgezogen
Die richtige Ernährung Deines Welpen ist eine der wichtigsten Investitionen in seine Zukunft. Mit einem hochwertigen, altersgerechten Futter, festen Fütterungszeiten und der richtigen Portion liegst Du in den meisten Fällen richtig. Beobachte Deinen Hund aufmerksam, passe die Menge an seine Entwicklung an und scheue Dich nicht, bei Unsicherheiten professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Jeder Welpe ist anders – was für den Labrador funktioniert, muss nicht automatisch für den Chihuahua passen. Wichtig ist, dass Du Dich informierst, dranbleibst und mit Liebe und Geduld die Grundlage für ein langes, gesundes Hundeleben legst.
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* Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen oder Unsicherheiten wende Dich bitte an einen qualifizierten Tierarzt.