📌 Das Wichtigste auf einen Blick
- Welpen brauchen in den ersten Monaten eine besonders nährstoffreiche Ernährung mit hohem Protein- und Calciumanteil, da sie in dieser Phase rasant wachsen.
- Die Fütterung sollte auf mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag verteilt werden – je jünger der Welpe, desto häufiger die Portionen.
- Trockenfutter, Nassfutter oder Barfen sind grundsätzlich möglich, wichtig ist nur, dass das Futter speziell für Welpen geeignet und hochwertig ist.
- Bestimmte Lebensmittel wie Schokolade, Zwiebeln oder Trauben sind für Hunde giftig und gehören niemals in den Napf.
- Regelmäßige Tierarztbesuche und eine Anpassung der Futtermenge ans Gewicht sind essenziell für gesundes Wachstum.
Du hast einen kleinen Welpen bei dir aufgenommen und fragst dich jetzt, was du ihm eigentlich füttern sollst? Damit bist du nicht allein – die Ernährung eines Welpen beschäftigt frischgebackene Hundebesitzer oft genauso sehr wie die richtige Erstausstattung oder die ersten Erziehungsschritte. Kein Wunder, denn was dein Hund in den ersten Lebensmonaten frisst, legt den Grundstein für seine gesamte spätere Gesundheit.
In diesem Ratgeber erfährst du Schritt für Schritt, wie du deinen Welpen richtig ernährst, welche Fütterungsarten es gibt, wie oft er am Tag fressen sollte und welche typischen Fehler du besser vermeidest. Ganz nebenbei bekommst du auch Tipps, wie du das passende Hundefutter findest und worauf du bei der Futterumstellung achten musst.
Warum die richtige Welpen-Ernährung so entscheidend ist
Ein Welpe ist kein kleiner ausgewachsener Hund – das wird gerne mal vergessen. In den ersten zwölf bis achtzehn Monaten (bei großen Rassen sogar bis zu 24 Monaten) durchläuft dein Vierbeiner eine wahre Wachstumsexplosion. Knochen, Muskeln, Organe, Gehirn – alles entwickelt sich in rasantem Tempo. Und genau dafür braucht er die richtigen Baustoffe.
Die Wachstumsphasen verstehen
In den ersten vier Wochen ernährt sich der Welpe ausschließlich von Muttermilch. Ab der vierten bis sechsten Woche beginnt die Züchterin normalerweise mit der Beifütterung, meist in Form von eingeweichtem Trockenfutter oder speziellem Welpenbrei. Mit acht Wochen, wenn der kleine Kerl dann meist zu dir zieht, ist er bereits in der Lage, feste Nahrung zu sich zu nehmen – auch wenn die Umstellung oft noch etwas holprig verläuft.
Die wohl intensivste Wachstumsphase liegt zwischen dem dritten und sechsten Lebensmonat. In dieser Zeit nimmt ein Welpe täglich spürbar an Größe und Gewicht zu. Die Knochen verfestigen sich, das Gebiss wechselt, und die Muskeln bauen sich auf. Was er in dieser Phase zu fressen bekommt, hat direkten Einfluss darauf, wie stabil sein Skelett später wird.
Was passiert bei falscher Ernährung?
Eine falsche oder einseitige Ernährung kann bei Welpen schwerwiegende Folgen haben. Zu viel Calcium etwa kann bei großen Rassen zu Wachstumsstörungen und Gelenkproblemen führen – das klingt erst mal paradox, ist aber wissenschaftlich belegt. Zu wenig Energie hingegen bremst das Wachstum aus und schwächt das Immunsystem. Auch ein Mangel an essenziellen Fettsäuren kann sich negativ auf die Gehirnentwicklung und das Fell auswirken.
Deshalb ist es so wichtig, dass du dich nicht einfach auf das erstbeste Futter aus dem Supermarkt verlässt, sondern gezielt ein hochwertiges Welpenfutter auswählst – oder dich mit der Rohfütterung auseinandersetzt, wenn du diesen Weg gehen möchtest.
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Die drei Ernährungsarten im Überblick
Wenn du dich nach einem passenden Hundefutter umschaust, wirst du schnell feststellen, dass es im Grunde drei große Lager gibt: Trockenfutter, Nassfutter und Barfen. Jede Variante hat ihre Vor- und Nachteile.
Trockenfutter – praktisch und gut lagerfähig
Trockenfutter ist der Klassiker unter den Hundehaltern und das aus gutem Grund. Es ist einfach zu dosieren, hält sich lange und ist in jeder Preisklasse sowie für jede Rasse erhältlich. Für Welpen gibt es spezielle Sorten, die auf den erhöhten Nährstoffbedarf zugeschnitten sind. Achte darauf, dass das Trockenfutter einen hohen Fleischanteil (mindestens 70 Prozent bei guter Qualität) und keine künstlichen Zusatzstoffe enthält.
Ein kleiner Tipp aus der Praxis: Gerade in den ersten Tagen nach dem Einzug kannst du das Trockenfutter mit etwas lauwarmem Wasser einweichen. Das erleichtert die Umstellung vom Züchter und macht das Futter leichter verdaulich.
Nassfutter – schmackhaft und saftig
Nassfutter riecht intensiver und schmeckt den meisten Welpen besonders gut. Es hat einen höheren Wassergehalt, was gerade bei Hunden, die wenig trinken, von Vorteil sein kann. Allerdings ist es teurer als Trockenfutter und nach dem Öffnen nur begrenzt haltbar. Viele Halter mischen daher beides: morgens Trockenfutter, abends Nassfutter – oder umgekehrt.
Barfen – die Rohfütterung
Barfen bedeutet, den Hund mit rohem Fleisch, Knochen, Gemüse und Ölen zu ernähren. Befürworter schwören auf glänzendes Fell, gesunde Zähne und eine natürliche Ernährung. Tatsächlich kann Barfen eine gute Option sein, erfordert aber einiges an Wissen und Vorbereitung. Du musst den Nährstoffbedarf deines Welpen genau kennen, die Rationen akkurat zusammenstellen und auf Hygiene achten. Wenn du barfen möchtest, lass dich am besten von einem Tierheilpraktiker oder einem auf Ernährung spezialisierten Tierarzt beraten – gerade beim Thema Calcium-Bedarf bei Welpen kann man viel falsch machen.
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Wie oft und wie viel sollte ein Welpe fressen?
Die Frage nach der richtigen Futtermenge ist wahrscheinlich eine der häufigsten, die uns Hundebesitzer umtreibt. Und die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Alter, Rasse, Gewicht und Aktivitätslevel spielen dabei eine große Rolle. Trotzdem gibt es ein paar Faustregeln, die dir den Einstieg erleichtern.
Fütterungsplan nach Alter
Welpen haben einen kleinen Magen und können nicht so große Mengen auf einmal verdauen. Deshalb wird die Tagesration auf mehrere Mahlzeiten verteilt:
- 8 bis 12 Wochen: vier Mahlzeiten pro Tag
- 3 bis 6 Monate: drei Mahlzeiten pro Tag
- ab 6 Monaten: zwei Mahlzeiten pro Tag
Diese Aufteilung entlastet den Verdauungstrakt und sorgt dafür, dass der Blutzuckerspiegel deines Welpen stabil bleibt. Außerdem ist es eine wunderbare Möglichkeit, das Training mit dem Welpen zu verbinden – jede Mahlzeit lässt sich mit etwas Übung in ein kleines Erziehungsritual verwandeln.
Die richtige Portionsgröße
Auf jeder Futterverpackung findest du eine Empfehlung des Herstellers, die sich am Gewicht des Hundes orientiert. Diese Angaben sind ein guter Ausgangspunkt, aber keine in Stein gemeißelte Wahrheit. Wiege deinen Welpen am besten wöchentlich und passe die Futtermenge entsprechend an. Wenn er zu dünn wird, erhöhst du die Portion ein bisschen; wird er zu dick, reduzierst du sie. Du solltest die Rippen deines Welpen fühlen können, aber nicht sehen – und von oben betrachtet sollte eine leichte Taille erkennbar sein.
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Wichtige Nährstoffe für gesundes Wachstum
Damit dein Welpe optimal versorgt ist, braucht er eine ganze Reihe von Nährstoffen in ausgewogener Zusammensetzung. Schauen wir uns die wichtigsten einmal genauer an.
Proteine und Aminosäuren
Proteine sind die Bausteine für Muskeln, Organe, Haut und Fell. Welpen benötigen einen deutlich höheren Proteinanteil als ausgewachsene Hunde – etwa 25 bis 30 Prozent der Trockensubstanz sollten es sein. Besonders wichtig ist dabei die Aminosäure Taurin, die vor allem in tierischen Proteinen enthalten ist. Sie unterstützt die Herzfunktion und die Augenentwicklung.
Calcium und Phosphor
Calcium und Phosphor arbeiten Hand in Hand beim Knochenaufbau. Das Verhältnis der beiden Mineralien sollte ungefähr 1,2 zu 1 betragen. Ein Zuviel an Calcium kann – wie bereits erwähnt – bei großen Rassen zu Gelenkproblemen führen, ein Zuwenig zu weichen Knochen und Zahnfehlstellungen. Hochwertiges Welpenfutter hat dieses Verhältnis bereits perfekt eingestellt, weshalb eine zusätzliche Gabe von Mineralpräparaten meistens sogar schadet.
Omega-3-Fettsäuren
Omega-3-Fettsäuren, insbesondere DHA (Docosahexaensäure), spielen eine zentrale Rolle bei der Gehirnentwicklung und der Sehfunktion. Studien haben gezeigt, dass Welpen, die als Fötus und in der Säugezeit ausreichend DHA bekamen, später bessere kognitive Fähigkeiten aufwiesen. Fischöl oder Lachsöl können eine gute Ergänzung sein, sollten aber immer mit dem Tierarzt abgesprochen werden.
Häufige Fehler bei der Welpenfütterung vermeiden
Selbst mit den besten Absichten kann man bei der Fütterung einiges falsch machen. Hier sind die typischsten Stolperfallen, die du kennen solltest.
Zu viel des Guten
Liebe geht durch den Magen – das stimmt, aber bei Welpen kann zu viel Futter zu Übergewicht führen, was die Gelenke überlastet und langfristig Krankheiten wie Diabetes begünstigt. Besonders gefährlich ist es, einen Welpen „masten" zu wollen, damit er schneller groß wird. Sein Körper hat seine eigene Wachstumsgeschwindigkeit, und die lässt sich nicht durch mehr Futter beschleunigen – im Gegenteil, es schadet ihm nur.
Ungeeignete Lebensmittel
Es gibt eine ganze Reihe von Lebensmitteln, die für Hunde giftig oder zumindest unverträglich sind. Dazu gehören:
- Schokolade und Kakao – enthalten Theobromin, das für Hunde giftig ist
- Zwiebeln, Knoblauch, Schnittlauch – können die roten Blutkörperchen schädigen
- Weintrauben und Rosinen – können Nierenversagen auslösen
- Avocado – enthält Persin, das für Hunde giftig ist
- Xylit (Birkenzucker) – bereits kleine Mengen können lebensbedrohlich sein
- Rohe Hülsenfrüchte – schwer verdaulich und blähend
Auch von rohem Schweinefleisch solltest du die Finger lassen, da es das Aujeszky-Virus übertragen kann. Weitere Infos zu diesem Thema findest du in unserem Artikel über giftige Lebensmittel für Hunde.
Zu schnelle Futterumstellungen
Wenn du das Futter wechseln möchtest – etwa weil du vom Züchterfutter auf ein anderes umsteigen willst – solltest du das langsam angehen. Mische das neue Futter über etwa sieben bis zehn Tage hinweg immer stärker unter das alte. So kann sich die Verdauung deines Welpen schonend umstellen und Durchfall wird vermieden.
Wann sollte ich mit dem Welpen zum Tierarzt?
Regelmäßige Tierarztbesuche gehören zur Welpenzeit einfach dazu. Bei den ersten Impfungen und der Chip-Eintragung wird dein Tierarzt auch das Gewicht und die Entwicklung deines Welpen überprüfen. Aber auch zwischen den Terminen gibt es Anzeichen, bei denen du lieber zeitnah einen Tierarzt aufsuchen solltest:
- Anhaltender Durchfall oder Erbrechen
- Appetitlosigkeit über mehr als 24 Stunden
- Blut im Kot
- Trägheit oder ungewöhnliche Verhaltensänderungen
- Stumpfes Fell oder Hautprobleme
Ein guter Tierarzt ist dein wichtigster Partner, wenn es um die Gesundheitsvorsorge für deinen Welpen geht. Scheue dich nicht, bei Unsicherheiten anzurufen – lieber einmal zu viel fragen als ein Problem übersehen.
Ab wann darf ein Welpe normales Hundefutter fressen?
Ab einem Alter von etwa acht Wochen können die meisten Welpen problemlos festes Welpenfutter fressen. In der Eingewöhnungsphase kann es sinnvoll sein, das Futter mit etwas lauwarmem Wasser einzuweichen, damit es leichter zu kauen und zu verdauen ist.
Wie erkenne ich, ob mein Welpe das richtige Futter bekommt?
Ein gesunder Welpe hat ein glänzendes Fell, klare Augen, stabile Verdauung und eine altersgemäße Gewichtszunahme. Du solltest die Rippen fühlen, aber nicht deutlich sehen können. Im Zweifelsfall hilft ein Blick in die Wachstumskurve beim Tierarzt.
Kann ich meinem Welpen auch selbstgekochtes Futter geben?
Grundsätzlich ja, allerdings ist es sehr schwer, den Nährstoffbedarf eines wachsenden Hundes über selbstgekochte Mahlzeiten vollständig zu decken. Du müsstest die Rationen sehr sorgfältig planen und eventuell mit Mineralstoff- und Vitaminpräparaten ergänzen. Eine Rationsberechnung durch einen Ernährungsberater ist dabei sehr empfehlenswert.
Braucht mein Welpe zusätzlich Vitaminpräparate?
Wenn du dich für ein hochwertiges, speziell für Welpen entwickeltes Futter entscheidest, ist eine zusätzliche Gabe von Vitaminen in der Regel nicht nötig – im Gegenteil, eine Überversorgung kann sogar schaden. Sprich am besten mit deinem Tierarzt, bevor du Nahrungsergänzungsmittel gibst.
Was tun, wenn der Welpe das Futter verweigert?
Es kann verschiedene Gründe haben, warum ein Welpe nicht fressen will: Stress durch die neue Umgebung, Zahnungsbeschwerden oder Unwohlsein. Lasse das Futter etwa zehn Minuten stehen und nimm es dann weg. Wenn dein Welpe über mehr als einen Tag die Nahrung verweigert, solltest du einen Tierarzt aufsuchen.
Fazit
Die Ernährung deines Welpen ist eine Herzensangelegenheit – und mit dem richtigen Wissen auch gar nicht so kompliziert, wie es auf den ersten Blick wirkt. Achte auf ein hochwertiges, speziell für Welpen entwickeltes Futter mit ausgewogenem Nährstoffprofil, halte dich an die empfohlenen Futtermengen und verteile die Rationen auf mehrere kleine Mahlzeiten am Tag. Vermeide ungeeignete Lebensmittel und stelle Futter nur schrittweise um, damit der empfindliche Magen deines Welpen sich anpassen kann.
Jeder Welpe ist anders, und was bei dem einen funktioniert, muss beim anderen noch lange nicht passen. Beobachte dein Tier aufmerksam, scheue dich nicht, Fragen zu stellen – sei es beim Tierarzt, beim Züchter oder in der Hunde-Community – und vertraue auf dein Bauchgefühl. Mit Liebe, Geduld und der richtigen Ernährung legst du den Grundstein für ein langes, gesundes und glückliches Hundeleben.
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Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen oder Unsicherheiten rund um deinen Welpen wende dich bitte immer an einen qualifizierten Tierarzt.